Capsize – A Reintroduction: The Essence Of All That Surrounds Me

Band Capsize
Label Rude Records
Musikrichtung Post-Hardcore
Redaktion
Lesermeinung
6

Im Hause Capsize hat sich seit „The Angst In My Veins“ einiges verändert. Konnte man mit dem Debütalbum für ordentlich Aufsehen in der Melodic-Hardcore Szene sorgen, wurden die Weichen im Anschluss noch einmal merklich umgestellt. Schon die Single „You Can’t Come Home the Same“ aus dem letzten Jahr deutete die Entwicklung der Kalifornier an. Halbe Sachen sind dabei nicht das Ding der vier Herren. Es bleibt nicht beim vereinzelten Klargesang wie in besagter Single, vielmehr macht es sich „A Reintroduction: The Essence Of All That Surrounds Me“ im Post-Hardcore gemütlich – mit massig Klargesang. Und das klingt erfreulich frisch und ungezwungen.

Das berüchtigte Schema F wird gekonnt umgangen, genauso wie das Gefühl, man sei mit Gewalt anstatt Freigeist an die Sache rangegangen. Man spürt, dass sich Capsize nicht fürchten, ihrem alten Stil zum Teil den Rücken zu kehren. Der Plan scheint aufgegangen zu sein, denn die Mischung aus Cleans und Shouts schlingt sich harmonierend umeinander und präsentiert sich als perfektes Mittel für Daniel Wands Texte, deren Bandbreite vom Albumtitel „The Essence Of All That Sourrounds Me“ adäquat eingefasst werden – hier wird’s persönlich!

This record does more for me and my self-worth than anything I’ve ever touched before. Everything from the lyrics to the songs themselves are a musical embodiment of my interests and personality and I love that I get to put that out there for people to listen to and be involved with“.

Wer genau hinhört, darf also einiges erfahren, wie zum Beispiel genaueres über das zeitweise sehr gestörte Vater-Sohn-Verhältnis. „I wanted you to know that/ I’m never coming home/ ‚Cause I can’t find myself/ Unless I’m all alone“ („Tear Me Apart“). Aber auch seine Angst, sich vor fremden Menschen zu öffnen, wird thematisiert. „I still keep my secrets in a safe place/ So far away from everything that’s not you/ ‚cause there’s not much that still belongs to me/ So I walk carefully“ („Safe Place“).

Ein lachendes und ein weinendes Auge bleibt bei „A Reintroduction: The Essence Of All That Surrounds Me“ wohl nicht aus. Dafür war „The Angst In My Veins“ einfach zu gut und hat zu viel frischen Wind ins Genre gebracht, als dass man das „alte“ Capsize einfach schulterzuckend zu Grabe tragen könnte. Genügend Trost spendet dann aber doch der Umstand, dass auch der neue Sound Capsize bemerkenswert gut steht.

Autor Joshua Claaßen
Wohnort Goch
Beruf Schüler
Dabei seit Oktober 2015
Deine Aufgabe bei Stageload Reviews
Top-Alben Ständig im Wandel, zu meinen Favoriten gehören aber auf jeden Fall: Stick To Your Guns - Diamond, Being As An Ocean - How We Both Wondrously Perish / Dear G-d, The Ghost Inside - Get What You Give, The Amity Affliction - Let The Ocean Take Me
Die besten Konzerterlebnisse Kann ich mich nicht festlegen, Stick To Your Guns und Being As An Ocean sind live aber immer ein absolutes Highlight!

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