Carnifex – Slow Death

Album Slow Death
Band Carnifex
Musikrichtung Metal, Metalcore
Redaktion
Lesermeinung
5

Carnifex hat sich den letzten Jahren zu einer Band entwickelt, welche bei vielen Festivals und Touren gar nicht mehr aus dem Line-Up wegzudenken ist. Dabei ist für einige die Präsenz der Amerikaner überhaupt erst der Grund für den Konzertbesuch. Andere wiederum verbinden mit dieser Band „nur nach Circle-Pits schreiende Amis“, wenn sie nicht schon von vornerein mit Caliban verwechselt werden. Unbeeindruckt dessen veröffentlichen die fünf Herren ihre sechste Platte, die vor allem Fans und Jünger des Deathmetals begeistern wird.

Wer sich noch nie mit Blastbeats anfreunden konnte, sollte sich dieser Platte nicht mal im Umkreis von 666 Metern nähren. Das gleiche gilt für Leute, die mit der recht typischen Ästhetik aus Tod, Blut, Dunkelheit und noch mehr Tod, diesmal sogar in Zeitlupe, nichts anfangen können: „We all die in slow motion“.

Für alle anderen heißt es, warm gemacht und losgelaufen. Denn Blastbeats sind nun mal das Grundgerüst der Musik. Meist fallen diese recht gewöhnlich aus und man weiß schon intuitiv, wann diese einsetzen werden. Dann gibt es aber auch Momente, wo diese recht kreativ umgesetzt sind und eventuell sogar etwas überraschen. Bei dieser Gelegenheit, darf auch gleich mal der Black Metal kurz vorbeischauen. Um dieses feste Gerüst entspannen sich dann diverse Elemente, welche insgesamt eine recht homogene Masse ergeben. Klassische, aber dafür umso melodiösere Gitarren, Doublebassing der Marke „Maschinengewehr“, Breakdowns in allen doch recht kreativen Ausführungen und bitter böse Riffgewitter.

Ach, und auch auf den Djent-Zug wird mal eben aufgesprungen. Den ein oder anderen dürfte das aufgrund der momentanen Dichte an Djent-Sound nerven, sorgen diese Elemente aber für erheblich mehr Diversität und Groove. Keyboarduntermalungen und Effektspielereien gibt es ebenfalls zu genüge, wobei einige leider zu sehr von der Stange wirken und man glaubt, sie schon zig mal bei anderen Bands gehört zu haben. An anderen Stellen sind sie dafür aber umso passender eingesetzt und runden Momente perfekt ab. Allerdings sorgt die Überproduktion des Albums dafür, dass einige Feinheiten und Melodien sich gar nicht erst richtig entfalten und so die Musik bereichern können.

Für Fans wird dieses Album ein Feuerwerk erster Güte sein. Carnifex schaffen es Deathmetal in einem sehr modernen und recht abwechslungsreichem Gewand zu präsentieren. Das Album wirkt sehr durchdacht und manche Momente wirken fast genial. Aber schafft die Band es leider nicht alten Ballast los zu werden und so wird viel Raum für Subtiles und mehr große Momente einfach übergewalzt. Also, fröhliches Weiterrennen!

Autor Aaron-Corin Hane
Wohnort Lüneburg
Beruf Student
Dabei seit März 2015
Deine Aufgabe bei Stageload Reviews, Interviews
Top-Alben Stick To Your Guns - alle Releases seit Hope Division, Black Sabbath - Paranoid, Dream Theater - Train Of Thought, The Beatles - Sgt. Peppers Lonely Hearts Club Band, Parkway Drive - Atlas, Idles - Brutalism
Die besten Konzerterlebnisse Tour Of The Year 2014; Taste Of Anarchy Tour 2015; Summer Breeze 2014; Destruction Derby 2015

Hinterlasse einen Kommentar