Carnifex – World War X

Album World War X
Band Carnifex
Musikrichtung Deathcore
Redaktion
Lesermeinung
0

Carnifex stehen nicht erst seit gestern für musikalische Verwüstung. Schließlich blickt die Sonne an der Schnittstelle von Death Metal und Deathcore eher düster drein und wird darüber hinaus auch noch hin und wieder von einem Hauch von Black-Metal verdunkelt. Die Erwartungen an „World War X“, das mittlerweile siebte Studioalbum der Herren, dürften damit klar sein. Und zweifellos – es bedarf nicht viel Zeit um festzustellen, dass Carnifex ganz gemäß dieser Erwartungen einmal mehr ein missmutiges und hoffnungsloses Inferno entfachen.

Themen wie der Tod, Depressionen und persönliche Herausforderungen verpacken die US-Amerikaner in eine dystopische Kriegs-Thematik, die insbesondere im Titeltrack allgegenwärtig ist: „War in the wind and hell in my lungs / No spoken words, only napalm and guns / Bury the earth in the flames of the sun“. Trost spendet „World War X“ zugegebenermaßen nicht. Schließlich heißt es später ja auch eindringlich „no light shall save us“ im gleichnamigen Song, der überaus gelungen von Alissa White-Gluz unterstützt wird. Musikalisch knüppeln Carnifex sowieso gewohnt heftig um sich.

Das Schlagzeug donnert und tobt, kantig-frostige Riffs lassen den Erdboden zufrieren, während unheilvolle Gitarrenteppiche das Tor zu Hölle öffnen. Nicht zuletzt diese diabolischen und zugleich tief-melancholischen Gitarrenmelodien und Samples entfesseln einen tiefen atmosphärischen Strudel, wie etwa in „This Infernal Darkness“ oder „Brushed by the Wings of Demons“ zu hören. „Eyes of the Executioner“ oder „By Shadows Thine Held“ fallen hingegen eher durch ihre wuchtige und groovige Herangehensweise auf.

Die Deathcore-Wurzeln der Band sind weiterhin klar zu vernehmen, denn von Breakdowns haben sich Carnifex noch lange nicht verabschiedet. Für diese Erkenntnis genügt das Anspielen von „All Roads Lead to Hell“, in dem die Herren ein paar besonders schwere Exemplare zünden. Das bedeutet aber nicht, dass die neun Tracks nicht vernünftig komponiert wären. Up-Tempo-Passagen geben langsameren und schwerfälligeren Parts die Klinke, sodass kein Element überhandnimmt. Wem nach den heißen Sommertagen also der Sinn nach ein wenig Dunkelheit steht, kann bedenkenlos zugreifen.

Autor Joshua Claaßen
Wohnort Goch
Beruf Schüler
Dabei seit Oktober 2015
Deine Aufgabe bei Stageload Reviews
Top-Alben Ständig im Wandel, zu meinen Favoriten gehören aber auf jeden Fall: Stick To Your Guns - Diamond, Being As An Ocean - How We Both Wondrously Perish / Dear G-d, The Ghost Inside - Get What You Give, The Amity Affliction - Let The Ocean Take Me
Die besten Konzerterlebnisse Kann ich mich nicht festlegen, Stick To Your Guns und Being As An Ocean sind live aber immer ein absolutes Highlight!

Hinterlasse einen Kommentar