Caspian – Dust And Disquiet

Band Caspian
Musikrichtung Instrumental, Post-Rock
Redaktion
Lesermeinung
6

Dass gute Musik nicht immer auch Text haben muss, beweisen nicht zuletzt diverse Soundtracks von Filmen. Die Songs müssen dann allerdings auch umso ausgereifter und durchdachter sein. Sie müssen etwas bewirken, mitreißen. Im besten Falle den Hörer berühren. Die schlichte Existenz als Hintergrundgeräusch sollte tunlichst vermieden werden. Möglicherweise ist gerade das der Grund dafür, dass sich nicht viele Bands an reine Instrumentals trauen – und noch weniger an (fast) reine Instrumental-Alben.

Caspian aus Massachusetts wagen sich seit Jahren auf dieses Pflaster. „Dust And Disquiet“ ist ihr neuestes Werk. Eines, dessen Titel nicht besser hätte gewählt sein können, denn wenn die Platte eines ist, dann unbequem. Zehn Songs sind darauf vertreten, die Länge reicht von 1:56 Minuten („Equal Night“) bis zu 11:26 Minuten („Dust And Disquiet“). Die Instrumentalparts sind alles andere als schlecht. Es gibt eine schicke Abwechslung, bei der weder Gitarre, noch Klavier zu kurz kommen. Dabei ist alles so arrangiert, dass es nur die einzelnen Songs reine Crescendi sind, sondern ebenso das gesamte Album. Nach und nach wird es immer imposanter und ausgeklügelter. Wirkt der Opener „Seperation No.2“ noch wie ein laues Lüftchen, gleicht Track 3 „Arcs Of Command“ bereits einer immer näher kommenden Gewitterfront mit lautem Donner aus Drums und Bass und Gitarrensoli, die sich präzise wie Blitze ihren Weg suchen. Eindrucksvoll und hymnisch – das braucht die Welt!
Aber auch wenn Unwetter noch so imposant sind, „unschön“ trifft es als zweite Beschreibung ebenfalls. Durch die Post-Rock-Klänge wird eine eher ruhige und düstere Grundstimmung kreiert. Entspannt geht es allerdings nie zu. Die Ruhe gleicht der in einem Horrorfilm, kurz bevor der Mörder hinter einem Busch hervorspringt.

Zuhause braucht man für „Dust And Disquiet“ unbedingt die richtige Stimmung. Bei einem Konzert sieht das wahrscheinlich anders aus. Denn in der richtigen Location und mit passendem Licht, gibt es ganz sicher kaum etwas annähernd vergleichbar Eindrucksvolles wie Caspians Werke.

Autor Leonie Wiethaup
Wohnort Nähe Münster
Beruf PR-Assistenz
Dabei seit Februar 2015
Deine Aufgabe bei Stageload Reviews, Interviews, News, Gewinnspiele
Top-Alben Apologies, I Have None - London; The Wonder Years - No Closer To Heaven; Cold Reading - Sojourner; Shoreline - You Used To Be A Safe Place; Twoonacouch - And I Left
Die besten Konzerterlebnisse Jimmy Eat World @ Skaters Palace, Münster, Frank Carter & The Rattlesnakes @ Dour Festival, The M-Pire Strikes Back-Festival 2016

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