Ceremony – Covers

Album Covers
Band Ceremony
Musikrichtung Hardcore, Punk
Redaktion
Lesermeinung
4

Aufnahmen zu einem neuen Album können stressig und ermüdend sein. Songs schreiben, einspielen, wieder abändern und das über einen langen Zeitraum und immer wieder von vorn. Wie erfrischend kann es da sein, einfach mal ohne groß zu überlegen drauflos zu rocken. Zur Auflockerung haben Ceremony während der Aufnahmephase zum letzten Album ein paar Coversongs eingespielt und ihnen ihren ganz eigenen Stempel aufgedrückt. Was dabei rauskam, muss ihnen so gut gefallen haben, dass sie ihre Fans daran teilhaben lassen wollen.

Auf „Covers“ sind sechs Stücke der Bands zu hören, die den größten Einfluss auf die Combo hatten und haben. Urban Waste, Pixies, Crisis, Eddie and the Subtitles, Vile und Wire im Gewand einer der erfolgreichsten Hardcorebands der Stunde. Die Covers stammen aus den Sessions zu „Rohnert Park“, was man jedem einzelnen Song auch sofort anhört. Um den Sound kümmerte sich Dan Rathbun, den Ceremony schon für die Aufnahmen zur vorher genannten Platte als Produzenten gewinnen konnten.

Die Songs orientieren sich sehr stark an den Originalen. Ceremony haben also keine neuen Elemente in die Lieder einfließen lassen, sondern den angestaubten Punkkrachern einfach neues Leben eingehaucht. Mal schnell und dreckig wie in „5 to 10“, mal langsam und schleppend wie in „Pink Flag“ oder auch treibend und groovig wie in „Nimrod’s Son“. Ceremony springen zwischen Stilarten und zeigen sich zum Teil aus ganz anderen Blickwinkeln, verlieren dabei aber nie das Ziel aus den Augen, eine ausgewogene Platte abzuliefern.

Durch den typischen Sound von Ceremony und den unverkennbaren Gesang klingen die Songs ungemein charmant. In diesen Versionen finden sie sicher auch bei ihren eigentlichen Erfindern gefallen. Wie so oft kommen die Covers aber einfach nicht an den einzigartigen Klang der Originale ran. Allein das Gefühl, was die Bands zu diesen Songs bewegt hat, fehlt natürlich in der nachgespielten Version. Aber es war auch sicher nicht das Ziel der Jungs aus San Francisco, ihre Idole in den Schatten zu stellen.

„Covers“ ist einfach eine wunderbare Platte, um ganz neue Seiten an Ceremony und gleichzeitig ein paar Klassiker mehr zu entdecken. Auf jeden Fall entschädigen die sechs Songs für die Wartezeit auf das nächste Album.

Autor Andreas Steiner
Wohnort Stuttgart
Beruf Redakteur
Dabei seit März 2011
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