Chiefland – Wildflowers

Album Wildflowers
Band Chiefland
Label Uncle M
Musikrichtung Post-Hardcore
Redaktion
Lesermeinung
4

Es gibt Bands, die lassen sich ziemlich viel Zeit, um ein Album zu machen. Auch wenn es ein Debütalbum ist und vielleicht die Spannung und der Eifer dazu verleiten könnten, dass man übereifrig und verfrüht agiert. So haben es Chiefland gehandhabt. Die Arbeiten an „Wildflowers“, dem Debüt  des Göttinger Quartetts, begannen schon 2016. Auf der Suche nach einem prägnanten Sound und einer gewissen lyrischen Tiefe in den Texten hatten es die Jungs wahrlich nicht eilig.

„Wir alle haben sowohl als Band als auch privat eine Menge durchgemacht, während wir an Wildflowers geschrieben haben“, so Sänger Corwin zu den Themen des Albums. Die Schiene, in die es hier geht, ist die von Bands wie Touche Amore oder La Dispute. Somit wäre auch geklärt, welcher Sound den Hörer erwartet. Nachdem sie letztes Jahr noch A Traitor Like Judas bei ihrer Abschiedsshow supporten durften, bekam der Name Chiefland auch etwas Gewicht und daher ist es jetzt wirklich an der Zeit zu liefern.

Melodischer Post-Hardcore in sehr gut produzierter Form, dem man in jedem Song anmerkt, dass sich hier mit der Materie eingehend auseinandergesetzt wurde. Die Songs sind teilweise sehr komplex aufgebaut und weisen vom Songwriting her eine hohe Qualität auf. Sehr ruhige Töne eröffnen die wilde Fahrt durch zwölf Tracks, was logischerweise auch immer wieder vorkommt. Überwiegend aber lebt das Ganze von den sehr gefälligen Screams und Shouts von Vocalist Corwin. In besagtem Genre ist es aber auch relativ schwierig, Songs zu unterscheiden und großartig einzeln zu analysieren, denn Post-Hardcore lebt von der Energie der Lieder, der Musik. So ist es auch bei Chiefland. Es sind hier keine Melodic-Hardcore-Mitsinghits. Die Songs strotzen dafür aber vor Gefühl, Ehrlichkeit und Echtheit.

So geben sie zum Beispiel bei „Fragile Feet“ relativ gut Gas um dann dann beim darauffolgenden „Blueprinted“ wieder in eine ganz andere Kerbe zu schlagen. Das beginnt ziemlich hart und wird dann ruhig, um in einem harten und fiesen Breakdown zu münden. Will man zwingend einen Song hervorheben, so wäre das am ehesten „Northbound“, denn dieser der steht charakteristisch für die Band. Er beinhaltet so ziemlich die komplette Range, mit der Chiefland in ihren Songs arbeiten.

Insgesamt behandelt die Band viele verschiedene Themen: Es geht um Umorientierung, Umzug, gescheiterte Beziehungen, einfach alles, was einem im Leben so widerfahren kann. Mit gut platzierten Chören und diversen Tempowechseln wird auch darauf geachtet, dass keine Eintönigkeit entsteht. Man kann „Wildflowers“ also durchgehend als sehr gelungenes Debüt bezeichnen, das für die Band die Messlatte gleich ziemlich hoch anlegt.  Man darf freudig gespannt sein, was Chiefland in den kommenden Phasen ihres Schaffens noch so von sich geben.

Autor Tobi van de Wildmannen
Wohnort Tacherting
Beruf Monteur (Mobilfunk)
Dabei seit September 2016
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