Clowns – Nature/Nurture

Band Clowns
Musikrichtung Hardcorepunk, Punk
Redaktion
Lesermeinung
6.75

Giftschlangen, Giftspinnen, Kängurus und eine ziemlich gute Hardcore- und Punk-Szene. Klar, es geht um Australien. Szenegrößen wie Parkway Drive, Deez Nuts oder auch Frenzal Rhomb oder The Decline: An den Genre-Vertretern aus Down Under kommt man heute gar nicht mehr vorbei.

In Down Under sind auch Clowns zuhause und diese machen Hardcore-Punk, der so frisch und „neu“ klingt, dass es eine wahre Freude ist. „Nature/Nuture“ heißt das Werk, beinhaltet elf Songs, doch man wünscht sich schnell, dass es nie enden möge.

Hanny J, die Dame am Bass, die Gitarristen Jarrod Goon und William Robinson, Drummer Jake Laderman und Sänger Steve Williams haben hier ein Album gezaubert, das vor Spielfreude und Power nur so strotzt und beim ersten Durchlauf springt diese Power auch sofort auf den Hörer über.

„Bland Is The New Black“ eröffnet den Reigen und rotzt einem gleich so richtig ins Gesicht. So geht es auch beim folgenden „Soul For Sale“ weiter. Clowns gehen gnadenlos nach vorne, ohne es mit der Geschwindigkeit zu übertreiben –  harten Skatepunk oder der Gleichen sollte man hier nicht erwarten.

Wenn man Vergleiche suchen will, dann könnte man das erste Hives Album „Barely Legal“ nennen, nur noch energischer und etwas härter. Clowns machen es einem wirklich schwer, sie irgendwie einzuordnen. Ihr Stil hat etwas angenehm Einzigartiges und entsprechend hoch ist hier der Wiedererkennungswert. Diesen prägt nicht zuletzt der Backgroundgesang von Hanny J, bestens zu hören etwa auf „Freezing In The Sun“.

Mit „Nature“ folgt dann der erste Titeltrack und auch dieser schießt nach vorne als gäbe es kein Morgen, während Steve Williams sich die Lunge aus dem Brustkorb schreit. So geht es munter weiter: Immer mit melodischen Teilen und auch einigen wenigen richtig eingängigen Parts reißen Clowns ihr fiktives Gebäude ab. „Prick“, die erste Videoauskopplung ist schon fast einer der schwächeren Tracks, wobei das Jammern auf hohem Niveau ist, denn auch dieses Lied besticht durch Frische und Qualität.

Zum Ende findet sich dann der zweite Titeltrack „Nurture“, der relativ ruhig beginnt und zeigt, dass Steve Williams sogar etwas singen kann, was dank seiner etwas rauchigen Stimme auch sehr gut zum Gesamtbild passt. Aber dennoch endet das Ganze in einem Scream mit fettem Riff und indisch klingenden Tönen – ein würdiges Finale.

Man kann sagen, was man will, aber wenn sich Fat Mike eine Band auf sein Label holt, dann ist sie in den allerseltensten Fällen ein Reinfall. Mit Clowns hat er sich einen weiteren Hochkaräter gesichert. „Nature/Nurture“ ist von Anfang bis Ende ein Brüller. Es passt einfach alles zusammen. Der Sound ist perfekt für die Art, wie die Fünf Musik machen und die Fünf machen die perfekte Musik für diesen Sound. Was soll man sagen? Clowns – einfach toll.

Autor Tobi van de Wildmannen
Wohnort Tacherting
Beruf Monteur (Mobilfunk)
Dabei seit September 2016
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