Code Orange – Forever

Album Forever
Musikrichtung Hardcore
Redaktion
Lesermeinung
7

Der Wechsel vom Indie zum Major Label hat schon so mancher Hardcore-Band den Antrieb geraubt – und nicht wenigen sogar das Genick gebrochen. Das macht solche Transfers bei Fans alles andere als beliebt. Code Orange haben unlängst genau diesen gewagt: Ihr neues Album „Forever“ erscheint auf Roadrunner Records. Was hat der Wechsel mit ihnen gemacht?

Eines ist klar: Code Orange wollen noch immer Blut sehen. Bereits mit der Veröffentlichung des blutrünstigen Videos zum Opener von „Forever“ setzte die Band aus Pittsburgh ein erstes unmissverständliches Ausrufezeichen. Keine Chance für Weichspül-Mucke! Hier wird gequält, gegeißelt und gelitten. Code Orange treten weiterhin aufs Gas – wie beim Vorgänger „I Am King“. Aber eben auch nicht, ohne sich weiterzuentwickeln. Fordern Songs wie das wütende „Kill The Creator“ mit seinen abrupten Breaks die eigene Harmoniebedürftigkeit heraus, wildern das düstere „The Mud“ und „Bleeding In The Blur“ mit seinem unverschämt eingängigen Groove in Industrial-Gefilden. Ein Song der sich über Tage im Gehörgang einnistet. Und auch dem Grunge lassen Code Orange auf „Ugly“ ihr Ehrerbietung zuteil werden – und für einen kurzen Moment fühlt man sich gar an Nirvana erinnert.

Es ist kaum zu durchblicken, wie viele Sparten die Band auf „Forever“ bedient. Vor allem, da sie in jeder Sekunde nach Code Orange. Das klappt, egal ob laut oder leise. Ein verrücktes Stück Musik und ein forderndes künstlerisches Werk. Und wenn Reba Meyers mit dem Endzeit-Closer „dream2“ das Kapitel „Forever“ schließt, weiß man, dass Code Orange soeben die Inspiration für eine neue Generation von Hardcore-Bands gesät haben.

Code Orange haben einen neuen Weg gefunden ihren Hass zu kanalisieren – und der ist konzentrierter, effektiver und somit viel beängstigender. Der Wechsel zum Major Label hat sich für sie ausgezahlt: „Forever“ ist das Statement einer Band, die sich treu geblieben ist. Einer Band, die noch immer keine Ecken und Kanten scheut und diese einfach selbst heraus schlägt und bricht, wenn sie fehlen. Diese Band brennt für ihren Sound – oder um es mit der Diskographie zu sagen: I Am King – Forever.

Autor Andreas Steiner
Wohnort Stuttgart
Beruf Redakteur
Dabei seit März 2011
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