Cokie The Clown – You´re Welcome

Album You´re Welcome
Musikrichtung Singer-Songwriter, Punkrock
Redaktion
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Es hat wohl jeder seine Bands, denen er fast alles verzeihen will, weil sie einen seit der Kindheit oder Jugend begleiten. Bei den Punkrockfans der aktuellen Mitt-30er Generation sind das etw Bad Religion, Lagwagon oder Nofx. Und von sehr vielen dieser Bands haben es die Frontmänner für nötig gehalten, auch Solo ihr Schaffen zu präsentieren. Bei manchen war das durchaus von Erfolg gekrönt – siehe Tony Sly, Joey Cape oder Greg Graffin. Nun versucht sich auch Michael Burkett aka Fat Mike von Nofx unter seinem Alter Ego Cokie The Clown an einer Solo-Platte. Und das gleich vorweg: In die glanzvolle Reihe der oberen drei reiht er sich nicht ein.

Denn Fat Mike krächzt bisweilen unerträglich und für den Laien völlig unverständliches Zeug ins Mikrofon, sodass man kaum einen Zugang zu „You´re Welcome“ findet. Durch den ersten Durchgang muss man sich wirklich quälen – sofern man nicht irgendwann kapituliert. Es wird erträglicher beim Zweiten.

Textlich befasst sich der Punkrock-Veteran mit seiner doch sehr bewegten Vergangenheit . So erzählt er beispielsweise im Song „ The Queen Is Dead“ über den Tod einer Frau namens Nia, die er als Prinzessin Diana der Punkszene bezeichnet und wie sehr er und viele andere diese vermissen. „That Time I Killed My Mom“ sagt im Titel schon alles. Der Song handelt von dem Moment, als ihn seine todkranke Mutter gebeten hat, die lebenserhaltenden Maßnahmen abzuschalten, um ihr Leiden zu beenden. Wahrlich harte Kost.

Musikalisch bewegt sich Mister Burkett zwischen Ballade, Akustikgitarre, experimenteller Musik und Punkrock. Die meisten Songs sind extrem düster gehalten. Die einzigen punkigeren Momente bieten „Fuck You All“ und stellenweise „Punk Rock Saved My Life“. Für den geneigten Punkfan sieht es sonst eher mau aus.

Prominente Verstärkung hat sich Fat Mike allerdings reichlich ins Boot geholt. Produziert wurde das Album nämlich von Danny Lohner (Nine Inch Nails). Travis Barker (Blink 182) hat die Drums und Dizzy Reed von Guns´n Roses die Keyboard- und Pianoparts eingespielt.

Der altbekannte Fat Mike und Cokie The Clown sind in musikalischer Hinsicht durchaus voneinander zu trennen. Auch wenn textlich nicht viel Unterschiede zwischen der letzten Nofx und dieser Platte bestehen, unterscheiden sie sich doch sehr in ihrem Erscheinungsbild, was vorrangig an der musikalischen Inszenierung liegt. Vom Nofx-Sound ist „You´re Welcome“ weit entfernt. Nach einigen Anläufen kann man sich mit der Platte natürlich trotzdem anfreunden – man muss es nur wollen.

Autor Tobi van de Wildmannen
Wohnort Tacherting
Beruf Monteur (Mobilfunk)
Dabei seit September 2016
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