Cold Years – Northern Blue

Band Cold Years
Musikrichtung Rock, Alternative
Redaktion
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Ausgerechnet wo The Gaslight Anthem mit  „The 59 Sound“ nach viel zu langer Zeit wieder die Bühne betreten, machen Cold Years auf sich aufmerksam. „Ausgerechnet“, weil die werten Herren aus Schottland auch ohne Präsenz von Brian Fallon und Co. Erinnerungen an diese hervorrufen dürften. Cold Years spielen Rock-Musik, kratzig, doch ebenso leicht verständlich; simpel, aber dennoch so geschrieben, dass sie auch nach dutzenden Durchläufen nicht langweilig wird.

Ihre neue EP „Northern Blue“ erinnert dabei fast durchweg an die Hochzeiten von Fallons Erfolgsband. Die vier Songs sind zackig und auf Draht, vielseitig und leben förmlich von ihren tollen Entwicklungen. Beginnt „Seasons“ beispielsweise sehr laut und noisy, wird schnell alles viel ruhiger, es bleiben nur noch leise Gitarrenrhythmen und die Vocals. Doch kaum kommt die zweite Gitarre hinzu und setzt das Schlagzeug mit einem einfachen Beat ein, ändert sich alles. Innerhalb von nicht einmal 40 Sekunden kann der Track so schon einen Spannungsbogen vorweisen, den andere Lieder nicht einmal auf ganzer Länge hinlegen. Vom gleichen musikalischen Schlag ist auch „Miss You To Death“. Viele schöne Details verzieren den Refrain mit viel Energie, sodass er nie wie eine inspirationslose Weiterführung, sondern ebenso wirkungsvoll wie sein Vorgänger klingt.

„What I Lost“ und „Final Call” fahren danach eine etwas ruhigere Schiene; dezentes Mid-Tempo ist angesagt, wodurch die warme, angenehm-kratzige Stimme von Ross Gordon umso schöner zur Geltung kommt und Gitarren-Soli nicht gleich wie pure Angeberei klingen, sondern einfach ein weiteres Element guten Songswritings sind. Erneut eine ganze Stufe zurücknehmender ist das Schlusslicht „Final Call“. Eine Rockballade, die in der Art auch aus Brian Fallons Feder hätte stammen können. Das Faible fürs Radio ist mit der Anfangszeile „listen to the radio, it taught me everything I needed to know” zumindest vorhanden. Doch so ruhig soll es nicht bleiben. Im zweiten Drittel wird es auch hier wieder lauter und einnehmender. Der Kreis zum Opener „Seasons“ schließt sich somit lückenlos.

Nach „Mile Marker“ und „Death Chaser“ ist „Northern Blue“ die inzwischen dritte EP der jungen Band aus Aberdeen, die darauf erneut ihr Potenzial für große Songs beweist. Eine starke Hitdichte, bei der man sich wieder einmal fragt, ob Cold Years diese auch auf einer Full Length hinlegen können.

Autor Leonie Wiethaup
Wohnort Nähe Münster
Beruf PR-Assistenz
Dabei seit Februar 2015
Deine Aufgabe bei Stageload Reviews, Interviews, News, Gewinnspiele
Top-Alben Apologies, I Have None - London; The Wonder Years - No Closer To Heaven; Cold Reading - Sojourner; Shoreline - You Used To Be A Safe Place; Twoonacouch - And I Left
Die besten Konzerterlebnisse Jimmy Eat World @ Skaters Palace, Münster, Frank Carter & The Rattlesnakes @ Dour Festival, The M-Pire Strikes Back-Festival 2016

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