Daggers – Along The Acheron

Daggers – Along The Acheron

Daggers – Along The Acheron

Das Land Belgien und die Musikrichtung Hardcore sind gedanklich wahrscheinlich vor allen Dingen durch die Band Rise and Fall verbunden. Dass die Band aber nicht der einzige gute belgische Hardcoreexport ist, zeigen die seit zwei Jahren bestehenden Daggers: Seit Kurzem von Anchors Aweigh Records gesignt, wollen sie nun auch europaweit durchstarten…


Ihr Debütalbum „Along The Acheron“ ist seit ungefähr einem Monat digital erhältlich und erscheint Ende dieses Monats auch endlich zum Anfassen.
Sieht man sich die Titel an, merkt man direkt, dass die CD mal wieder in die angepisste, pessimistische Richtung geht. Dafür wurden dort aber keineswegs unüberlegt irgendwelche kurzen Songs hingeklatscht, nein, es erwartet einen ein abwechslungsreicher Aufbau mit verschiedenen Interludes.
Gestartet wird mit dem schnellen, eingängigen „Animated Bones“. Die Daggers machen es einem schwer, den Text zu verstehen, aber zumindest das bis zur Übertreibung wiederholte „Choose the way I fall“ bleibt einem in Erinnerung. „Dirty Minutes“ und „I owe you nothing“ hauen in die gleiche Kerbe bis dann mit „Kv 77: >“ das erste Zwischenspiel für Abwechslung sorgt. Mit gleichmäßigen Schlagzeuggewummse und spärlichen Gitarrenklängen doch sehr minimalistisch gehalten, ist aber eine gute Überleitung zu „Dragged Down“, einem der stärksten Songs des Albums. Wenn nach 1.29 Minuten die Gitarren so gut wie wegfallen und aufs Schlagzeug gekloppt wird, fragt man sich, wie die Band denn live wohl ankommt. Von rhythmischem Kopfgewackle über auf den Boden stampfen bis zum moshen sollte im Publikum alles zu finden sein.
Mit ihrem später folgenden Instrumentalstück „Charon’s Path“ knüpfen die Herren an ihren an die griechische Mythologie anlehnenden Albumtitel an: Hier wird wohl verarbeitet, wie sie sich den Weg des griechischen Fährmanns Charon über den Todesfluss Acheron vorstellen: Anscheinend startet sein Weg sanft und endet dann immer schneller in der harten Hölle…
Das darauf folgende „Introspection“ ist dann der überraschendste, abwechslungsreichste Song des Albums und zeigt das doch nicht ganz so kleine Spektrum der Daggers. Das dreizehnsekündige „Fuckin‘ Filled“ erinnert noch stark an das „Grey Britain“-Intro der britischen Band Gallows bis „Along the Acheron“ nach nur 33 Minuten mit dem deutsch betitelten Lied „Insel der Toten“ langsam ausklingt.
Hach, war das wieder ein deprimierendes Fest und gutes gutes Debüt, welches die alte EP, die dann doch ein bisschen frischer, rauer und innovativer klingt, jedoch nicht übertreffen kann.

Autor Ines Kirchner
Wohnort Berlin
Beruf Project Manager
Dabei seit Juli 2009
Deine Aufgabe bei Stageload Akkreditierungen, Organisatorisches, Reviews
Top-Alben u.a. Gallows - Grey Britain, Bon Iver - Bon Iver, The National - Trouble Will Find Me, Touché Amoré - Parting the sea...
Die besten Konzerterlebnisse u.a. Have Heart (2009, Köln), Gallows (2010, London), Basement (2012, London), Iron Chic, Ceremony, Trash Talk, Rise & Fall, Touché Amoré (divers)

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