Dead Swans – Sleepwalkers

Album Sleepwalkers
Band Dead Swans
Musikrichtung Hardcore
Redaktion
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Gar nicht so lange her ist es, da waren die fünf jungen Briten bei uns zusammen mit This Is Hell auf Tour gewesen und kaum sind die Dead Swans knapp fünf Monate bei Bridge 9 unter Vertrag, veröffentlichen sie ihren ersten Longplayer „Sleepwalkers“ über das weltweit bekannte Label. Es geht momentan eben ziemlich schnell Berg auf für die Band im Sänger Nicholas Worthingten. Nachdem die Dead Swans Ende 2007 mit ihrer EP „Southern Blue“ europaweit auf sich aufmerksam gemacht haben, soll das neue Album ihnen nun auch in Übersee zum Erfolg verhelfen.
Der Opener „Thinking Of You“ ist bereits seit einigen Wochen auf der Myspace-Seite der Band zu hören und wurde bereits auf der Summer Compilation von Bridge 9 veröffentlicht. Schon früher erinnerte mich der Stil der Dead Swans sehr an Gold Kids aus Italien, auch dieses Mal ist das nicht anders. Wie auch die Gold Kids sind die Briten sehr melodisch und düster, auch was die Texte angeht. Ein gutes Beispiel dafür ist „Ivy Archway“. Dieser Song ist ebenfalls über die Myspace-Seite der Band zu hören und überzeugt auf ganzer Linie, durch schnelle und auch ruhige Parts sowie den rauen, ungeschliffenen Gesang von Nicholas. „Swallow“ dürfte vielen schon bekannt sein, denn im Herbst 2008 veröffentlichte Die Band diesen Song auf einer Split-EP mit den Architects. Groß etwas verändert wurde an diesem Song nicht, aber das war auch nicht nötig. Schon letztes Jahr war er nämlich eine durchweg ordentliche Nummer.
Altes Material auf ein neues Album zu pressen ist also keineswegs eine Schande, auch nicht im Falle von „20.07.07“. Dieser Song ist eins der Highlights auf der „Southern Blue“-EP gewesen und findet sich so auch auf „Sleepwalkers“ wieder. Was auffällt ist, dass die DeaD Swans vermehrt mit Gang Shouts arbeiten, das ist etwas was sie dann doch von den Gold Kids unterscheidet, sonst könnte man ja denken, dass die Italiener einfach ihren Sänger und ihren Namen gewechselt haben. „Winter Overture“ ist ein instrumentaler Song, der etwas Ruhe in die Aggressivität und düstere Melodik bringt, welche dem Hörer hier geboten wird. Die Dead Swans scheinen sich auf ihren vielen Konzerten mit den Metalcore-Kollegen der Architects doch so einiges abgeschaut zu haben, was die Rythmen und Inhalte der Songs angeht, dennoch ist hier viel Eigenständigkeit zu sehen. „Hide and Seek“ könnte ein guter Weg dahin sein, der Song ist mit seinen 45 Sekunden kurz und knackig, zeigt aber was für Energie in dieser Band steckt.
„Sleepwalkers ist ein Album, welches sich zum Höhepunkt hinarbeitet und dieser wird gegen Ende mit den Songs „Montpellier To Home“ und „Today, Tonight, Tomorrow“ erreicht. Hier wird alles gegeben und das technisch brillant gemeistert: Treibende Drums, verzweifelter Gesang und wunderbare Gitarrenklänge vermischen sich hier zu einem Brei, welcher den Hörer so schnell nicht mehr los lässt. Nach knapp 27 Minuten ist die Show mit der abschließenden Dampfwalze „Tent City“ zu Ende und man kann sagen, dass die Dead Swans immer noch die Dead Swans sind. Melodisch, eingängig und aggressiv, eine der besten Hardcore-Bands in Europa mit Potential es auch weltweit in der Szene zu schaffen und mit einem Label wie Bridge 9 hinter sich dürfte das nicht allzu schwer werden. „Sleepwalkers“ ist ein guter Weg an die Spitze, denn mit Songs wie „Tent City“ und „Today, Tonight, Tomorrow“ stehen den Jungs definitiv viele Türen und Herzen offen. Wer auf Gold Kids oder This Is Hell steht sollte hier unbedingt mehr als nur einen Blick riskieren.

Autor Patrick Siegmann
Wohnort Göttingen
Beruf Doktorand
Dabei seit September 2009
Deine Aufgabe bei Stageload Koordination Reviews, News
Top-Alben Viel zu viele. "Songs To Scream At The Sun" von Have Heart ist aber definitiv eines von den Alben, die mich am meisten geprägt haben.
Die besten Konzerterlebnisse Auf jeden Fall vorne mit dabei: Have Heart, Shipwreck AD, Rise And Fall und AYS in der Roten Flora in Hamburg, Juli 2009

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