Deaf Havana – Rituals

Album Rituals
Musikrichtung Alternative-Pop
Redaktion
Lesermeinung
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Der klassische Zwei- bis Dreijahresrhythmus bezüglich Albumreleases lässt sich bei Deaf Havana freilich nicht anwenden. In ihr viertes Full Length-Werk „All These Countless Nights“ investierten James Veck-Gilodi und Co. sage und schreibe fünf Jahre Arbeit, an Nachfolger „Rituals“ schrieb der Frontmann gemeinsam mit langjährigem Freut Phil Gornell allerdings gerade einmal drei Monate – und herausgekommen ist dabei keine einfache Neuauflage von Altbekanntem, sondern bis dato etwas völlig anderes. Zumindest für die Alternative-Rocker aus UK. Aus ebenbesagtem Alternative-Rock wurde auf „Rituals“ nun nämlich -Pop; jedoch so beschaffen, dass man die Band und ihre Wurzeln noch immer wiederfindet – wenn man sie denn kennt.

GItarrenlastiger upbeat-Pop mit prägnantem Bass und meist simplen, aber nicht minder wirkungsvollen Drums. Durchweg tanzbar, durchweg radiotauglich und zumindest musikalisch durchweg positiv. Thematisch geht es dagegen um die Sünden, die Veck-Gilodi in seinem noch jungen Leben begangen hat; um Erlebnisse, die ihn zu der Person gemacht haben, die er nun ist. Dies impliziert aber gewiss nicht, dass er tatsächlich alles gemacht hat, von dem er singt. Vieles dient schlicht dem Geschichtenerzählen, ist eine Übertreibung für bessere, ja interessantere Dramaturgie.

„Rituals“ ist simpel und komplex, real und fiktional, ehrlich und übertrieben. Es ist noch immer Deaf Havana, doch trotzdem anders. Es ist eine starke Entwicklung, die die Herren damit vorweisen können; sehr plötzlich und doch natürlich. Gerade nach dem langen Warten auf „All These Countless Nights“ hätte wohl niemand so früh mit einem weiteren Album gerechnet. Dass die Briten nun eines vorweisen können, was obendrein so frisch klingt, macht das Ganze nur noch besser.

Autor Leonie Wiethaup
Wohnort Nähe Münster
Beruf PR-Assistenz
Dabei seit Februar 2015
Deine Aufgabe bei Stageload Reviews, Interviews, News, Gewinnspiele
Top-Alben Apologies, I Have None - London; The Wonder Years - No Closer To Heaven; Cold Reading - Sojourner; Shoreline - You Used To Be A Safe Place; Twoonacouch - And I Left
Die besten Konzerterlebnisse Jimmy Eat World @ Skaters Palace, Münster, Frank Carter & The Rattlesnakes @ Dour Festival, The M-Pire Strikes Back-Festival 2016

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