Death Before Dishonor – Unfinished Business

Label Bridge 9
Musikrichtung Hardcore
Redaktion
Lesermeinung
4.25

Ganze zehn Jahre hat es gedauert, bis die Jungs aus Boston endlich wieder neuen Output liefern. Durch regelmäßige Touren sind Death Before Dishonor immerhin nie so wirklich von der Bildfläche verschwunden. Zwar hat es eine Weile gedauert bis man sich hierzulande blicken lässt, aber nach der Rebellion Tour mit Madball, kommt der Fünfer kommendes Jahr gleich wieder.

Um einfach mal grob zusammenzufassen, was seit 2009 so passiert ist: Barack Obama wird Präsident, die Schweinegrippe grassiert, Deutschland wird Fußballweltmeister, das Brexit-Referendum, Donald Trump löst Obama ab – und bei Death Before Dishonor? Rob Deangelis am Bass geht, dafür kommt Austin (Fun Fact: der letzte Drummer hieß Memphis) und ein Album mit acht Tracks wird eingespielt. Gut, das hat jetzt auch nichts zu bedeuten. Wie heißt es doch so schön im Hardcore? “It’s better to cut to an EP  than stretch to an LP.” 

Vorab gab es bereits “Cowards Will Fall” und “True Defeat” zu hören. Beide Songs zeigten, dass das Quintett nichts verlernt hat, im Gegenteil: Bryan Harris Stimme klingt wesentlich kontrollierter und druckvoller als auf dem Vorgänger “Better Ways to Die”, ohne dabei an Straßenköter-Charme verloren zu haben. Das Album selbst wurde von Christopher “Zeuss” Harris aufgenommen. Dass sich in seinen Studios Hatebreed oder Madball die Klinke in die Hand drücken, dürfte bei diesem Sound niemanden mehr wundern.

Abgesehen von den beiden Vorveröffentlichungen tragen durchweg alle Songs den klassischen Death Before Dishonor-Stempel. Egal ob das mit thrashigem Solo gespickte “Freedom Dies” oder punkig daher kommende “Bad Blood” mit Ohrwurmqualität. Tough Guy-Image mit Gangshouts ohne große Überraschungen. Genau so ist das auch angedacht. “In einer Szene und Welt die sich ständig verändert, hat es sich wichtig angefühlt bei DBDs Wurzeln zu bleiben und dennoch einen Soundtrack zu kreieren, der zu den brutalen Schlagzeilen von heute passt” verriet Bryan Harris dem Decibel Magazin. Und damit soll er Recht behalten. “Left to Die” und “Promises of Yesterday” verkörpern genau das. “Those words we used to say  still mean so much to me / I never turn my back on promises of yesterday.”

Mit “Unfinished Business” hat man den Fans ein paar frische Songs nach altbewährtem Rezept beschert. Nichts aufregend Neues, aber sowas erwartet der eingefleischte Fan auch nicht. Death Before Dishonor sind nunmal eine Liveband, die ihre Zeit lieber auf den Brettern dieser Welt als im Studio verbringt. Und darauf ist das neue Material eben ausgerichtet: Dampf ablassen, ein bisschen blaue Flecken und am Ende des Abends heiser und glücklich nachhause gehen.

Autor Philip Kleinau
Wohnort München
Beruf Techniker
Dabei seit Juni 2019
Deine Aufgabe bei Stageload Reviews, Berichte
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