Death Of Lovers – The Acrobat

Album The Acrobat
Label Dais Records
Musikrichtung Punk, Pop
Redaktion
Lesermeinung
6

Es ist eine einfache Gleichung: Man ziehe von den vorzüglichen Shoegazern Nothing Gitarrist Brandon Setta ab und addiere Keyboarderin CC Loo. Dabei heraus kommen Death Of Lovers – und auch deren Musik ähnelt einer simplen Gleichung. Denn wenn man im Kopf mal kurz Joy Division und Cold Cave mixt, dann kommt man der Sache schon recht nahe.

Eine kleine EP konnten Death Of Lovers bisher verbuchen, aus dem Jahre 2014. Danach war es ruhig um das Nebenprojekt von Palermo und seinen Mitstreiter*innen geworden. Das hängt freilich mit dem Umstand zusammen, dass Nothing in den letzten Jahren im Prinzip kontinuierlich tourten, Probleme mit dem eigentlichen Label ihres letztlich selbst releasten aktuellen Albums zu verarbeiten hatten und auch ansonsten sicherlich kein ruhiges Leben führen. Ein komplettes Album zu schreiben schien den Mitgliedern lange Zeit nahezu unmöglich. Nun konnte man sich aber Ende des vergangenen Jahres doch wieder zusammenfinden für das Projekt Death Of Lovers – und präsentiert knapp ein Jahr später das stolze Ergebnis.

Dabei herausgekommen ist die aufpolierte Fortsetzung der schon durchaus überzeugenden EP: Eine Mischung aus Synthpop und Post-Punk im dezenten Goth-Mantel, getragen von wabernden Soundwänden und treibender Rhythmik. Schwermütig wird die Luft der 80er in die ächzenden Lungen gezogen, ohne aber zu vergessen beim Ausatmen einen Hauch Moderne mitschwingen zu lassen. „The Acrobat“ umfasst acht Songs aus einem Guss, die herrlich frisch und unverbraucht wirken.

Im Vergleich zum Vorgänger haben die Stücke nochmal an Pop-Appeal zugelegt, ohne jedoch aufdringlich zu wirken. Dabei gelingt Death Of Lovers der Spagat zwischen verträumt und tanzbar ganz vorzüglich. Und auch wenn der Rest des Albums sich selten schwer tut, mitzuhalten: Das im Vorfeld veröffentliche Schlussstück „The Absolute“ ist mit seinem betörenden Saxofon nochmal ein besonderes Schmankerl. Man darf sich getrost glücklich schätzen, dass die vier den Weg ins Studio gefunden haben – und die Hoffnung haben dass ihnen das irgendwann noch einmal gelingt.

Autor Sascha Schüler
Wohnort Magdeburg
Beruf Student
Dabei seit Juni 2010
Deine Aufgabe bei Stageload Reviews, Interviews
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