Deez Nuts – Binge & Purgatory

Band Deez Nuts
Musikrichtung Hardcore
Redaktion
Lesermeinung
7

Vier Jungs aus Melbourne machen sich auf, die Hardcorewelt zu erobern und spätestens mit „Bout it“ ist das auch durchaus gelungen. Doch seitdem sind einige Jahre ins Land gegangen. Über „Word Is Bond“ findet man sich nun bei „Binge & Purgatory“ wieder. Beim Altern durchlebt jeder so seine Phasen. bei den Deez Nuts ist das nicht anders. Wo früher noch das Partyleben besungen wurde und man sich „Shot After Shot“ gegönnt hat, werden jetzt ganz andere Töne angeschlagen.

Musikalisch rauer und härter, textlich weniger platt und proletenhaft – kurzum erwachsen – präsentieren sich die Australier auf ihrem fünften Album – und es steht ihnen sehr gut zu Gesicht. Deez Nuts erfinden den Hardcore hier gewiss nicht neu. Gangshouts, harte Riffs und großartige Moshparts gehören einfach dazu. Und mit Scott Vogel (Terror) und Jamey Jasta (Hatebreed) hat man ganz sicher nicht die schlechtesten Gastvocals dabei. In Sachen musikalischer Ausrichtung ist schnell alles gesagt: Die üblichen Einflüsse aus Hip Hop, Punk und etwas Metal vertragen sich mit den tief gestimmten Gitarren und dem munter wechselnden Tempo der Drums hervorragend und verleihen „Binge & Purgatory“ genauso den klassischen Deez Nuts-Sound. Textlich gesehen ist, hat sich aber zum Glück einiges geändert: Die erwähnte Entwicklung vom Proll zum „Denker“ spiegelt sich vor allem hier wieder.

www.youtube.com/watch?v=7JC2Z7upuGQ

„Break Out“ kommt zum Beispiel als die totale Old School-NYHC-Nummer daher. Etwas schleppend und dann plötzlich doch wieder schwungvoll und fast hyperaktiv könnte man meinen, dass der Song von Madball oder Agnostic Front gecovert wurde. Bei „Lesson Learned“ bringt die unverkennbare Aggressivität von Jamey Jasta das Erlernte auch deutlich ins Ohr und „Antidote“ bekommt durch Scott Vogel die Unterstützung, die es braucht. Dass die Deez Nuts aus ihren punkigen Einflüssen keinen Hehl machen, verdeutlicht auch „Remedy“, das in hohem Tempo und mit angedeuteter Melodie nicht als klassischer Hardcore durchgeht und trotzdem einfach unverkennbar Deez Nuts ist.

„How many ways can you tell the same tired story?“ Genau das haben sich die Deez Nuts wohl beim Schreiben von „Binge & Purgatory“ gedacht. Die Platte ist beileibe keine Ansammlung von Hits und Krachern geworden, wohl aber ein ernstzunehmendes Werk einer Band, die hörbar erwachsen geworden ist, ohne sich selbst zu verleugnen.

Autor Tobi van de Wildmannen
Wohnort Tacherting
Beruf Monteur (Mobilfunk)
Dabei seit September 2016
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