Defeater – Lost Ground

Defeater - Lost Ground

Defeater – Lost Ground

Letzten Sommer traten Defeater auf die Bildfläche und beschleunigten von Null auf Hundert. Ihr Debut „Travels“ war wohl ohne Frage eines der besten Alben des Jahres und im Zuge dessen wurde die Band um Mastermind und Sänger Derek Archambault, sowie Jay Maas, welcher ein Tonstudio besitzt und schon für The Carrier , Soul Control und Verse an den Reglern stand, im Frühjahr von Bridge 9 unter Vertrag genommen.


Es folgten große Touren mit Comeback Kid und Polar Bear Club, welche der Band eine mehr als solide Fanbase in den USA und Europa bescherten. Etwas über ein Jahr nach „Travels“ erscheint nun die zweite Platte von Defeater, eine zwanzig minütige EP mit dem Titel „Lost Ground“. Das Besondere an Defeater ist das Konzept, welches schon hinter ihrem Debut steckte: Die Band erzählt Geschichten. Das kennt man schon von Verse, welche 2008 mit ihrer „Story Of A Free Man“ ähnliches taten und den Hörer begeisterten. Defeater jedoch tun dies über die gesamte Länge eines Albums und sorgen damit für eine unglaubliche Komplexität und Intensität wie man sie so selten zu Ohren bekommt. „Lost Ground“ fixiert sich nun auf den schon von Travels bekannten „Prophet In Plain Clothes“. Im Laufe der Songs wird die Sichtweise auf eben diesen vertieft und erzählt, wie er der Army betritt um seine Mutter stolz zu machen, dort Bekanntschaft mit Tot, Verzweiflung und Angst macht und letztendendes, nur mit einer Gitarre bewaffnet, in der Gosse landet. Eine emotionale Geschichte über Schmerz, Trauer und einem Funken Hoffnung. So beginnt die Platte mit „The Red, White and Blues“ und man merkt gleich das Defeater, was die Melodik angeht, noch ein ganzes Stück zugelegt haben. Sobald Derek’s wirklich tolle Stimme einsetzt und die Geschichte beginnt, gewinnt der Song an Tempo und Stärke. Diese Punkte gepaart mit den emotionalen und tiefen Lyrics machen „The Red, White and Blues“ zu einem mitreißenden Song. „The Bite And The Sting“ nimmt sich seinen Vorgänger zum Vorbild, wirkt stellenweise noch ein Stückchen härter und die Vocals verzweifelter. Man befindet sich mitten im Krieg, zwischen Leid und Tod. So sind die ersten sechs Minuten auf „Lost Ground“ das, was man sich von Defeater erhofft hat: Mitreißend und emotional. „A Wound And Scar“ stellt den etwas sanfteren Mittelteil dieser EP, zusammen mit dem drauf folgendem „Home Ain’t Never Home“ dar. Beide Stücke beginnen seicht und bauen sich immer mehr zu einer instrumentalen Welle auf, welche den Hörer mitreißt und am Ende unverhofft fallen lässt. „Singin‘ in New York Town“ greift die vorausgegangene Härte wieder auf und zieht das Tempo ordentlich an, bevor es mit „Beggin‘ in The Slums“ wieder ruhiger und melodischer wird. Auch wenn „Lost Ground“ ruhig hätte härter und und vor allem länger ausfallen können, so sind die Texte und die Stimme von Derek, so wie die Instrumentierung wirklich hervorragend und das Ende von „Beggin‘ In The Slums“ stellt eine perfekte Überleitung zu „Travels“ dar. Defeater knüpfen mit ihrer neuen EP an ihr grandioses Debut an und führen ihr Werk fort, teils sogar vielschichtiger und melodischer als zuvor. Tiefgängig und intensiv wie man es von der Band aus Boston gewohnt ist präsentiert sich „Lost Ground“ und Defeater werden ihrer Aufgabe immer mehr gerecht die Nachfolge von Verse und Modern Life Is War anzutreten.

Autor Patrick Siegmann
Wohnort Göttingen
Beruf Doktorand
Dabei seit September 2009
Deine Aufgabe bei Stageload Koordination Reviews, News
Top-Alben Viel zu viele. "Songs To Scream At The Sun" von Have Heart ist aber definitiv eines von den Alben, die mich am meisten geprägt haben.
Die besten Konzerterlebnisse Auf jeden Fall vorne mit dabei: Have Heart, Shipwreck AD, Rise And Fall und AYS in der Roten Flora in Hamburg, Juli 2009

Kommentare

  4 kommentare

  1. typ

    langsam ist es echt nicht mehr schön wie ihr bei anderen magazine die sätze zusammenklaut..

  2. Jannik

    an typ: Achja? Langsam ist es auch nicht mehr schön, dass anonym Kommentare ohne Beweise gepostet werden! Nenne mal exakte Textstellen die „geklaut“ sind und deinen Namen, danach reden wir weiter!

  3. Paul

    @ typ: Ok, dann gib mal konkrete Beispiele und Zitate, sonst ist deine Aussage eher nichts sagend. Kann ja jeder sagen 😉 Also ich warte!

  4. Marc

    Also ich sehe da nix, was von irgendwo geklaut sein könnte. Ich sehe nur ein gutes Review!

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