Desolated – Disorder Of Mind

Band Desolated
Musikrichtung Hardcore, Ambient
Redaktion
Lesermeinung
3

Den Briten von Desolated wurde oft zum Vorwurf gemacht, eine Kopie von Brutality Will Prevail zu sein. Hört man sich jedoch deren neue EP an, „Disorder Of Mind“, so kann man diesem Vorwurf eigentlich nicht zustimmen. Schon beim Debütalbum der Southamptoner, „Verse Of Judas“, welches im Frühjahr 2012 über Holy Roar Records erschien, hörte man kaum Gemeinsamkeiten.
Denn Desolated schlagen in eine ganz andere, weniger einfühlsame Kerbe. Und das besonders mit ihrer neuen, in Eigenregie veröffentlichten EP: Während man Brutality Will Prevail oft fälschlicherweise dem Beatdown zugeordnet hat, trifft dies auf Desolated wohl fast vollkommen zu. Vom Opener „Year Of The Snake“ bis zum abschließendem „Delusions“ findet man in jedem der fünf Songs auf „Disorder Of Mind“ einen kompromisslosen Moshpart vor, welcher so manchem Pit Warrior und Denzel Moshington das Wasser im Mund zusammenlaufen lassen dürfte.
Das wirkt sich natürlich auch auf das Gesamtbild der EP aus: Stumpf ist nicht immer trumpf und so wirken die rund 13 Minuten Spielzeit nicht nur recht kurzweilig, sondern auch eintönig. Der schon vorab veröffentlichte Appetizer „Death By My Side“, welcher ordentlich Lust auf mehr gemacht hat, bleibt so durch die Guestvoacals von Traxx, seines Zeichens Rapper im Waliser Rap-Kollektiv Astroid Boys (die unter anderem schon mit Trash Talk durch Großbritannien tourten) das einzig wirkliche Highlight der EP, während die anderen Titel, wie zum Beispiel das Double-Base-Gewitter „Suffering“, nur teilweise überzeugen können und wenn überhaupt lediglich das Prädikat „nett“ ernten.

Härte ist eben nicht alles, und das merkt man (leider) beim neusten Streich von Desolated. Während bei „Verse Of Judas“ instrumentale Ambient-Parts für Abwechslung und Verschnaufpausen gesorgt haben, prügelt die Kombo auf „Disorder Of Mind“ fast durchgängig auf den Hörer ein. Der Band kommt dabei die dicke Produktion zu gute, denn ohne die würde das Album vermutlich nur halb so gut funktionieren.
Wer auf Nasty und Brutality Will Prevail steht (vor allem auf Erstere), es gerne stumpf und brutal mag, der findet mit Desolated wohl die perfekte Band vor. Wem Beatdown aber schon immer ein bisschen zu stumpf war, der braucht sich auch Desolated nicht anhören oder sollte zu lieber zum abwechslungsreicherem „Verse Of Judas“ als zum eintönigen „Disorder Of Mind“ greifen.

Autor Patrick Siegmann
Wohnort Göttingen
Beruf Doktorand
Dabei seit September 2009
Deine Aufgabe bei Stageload Koordination Reviews, News
Top-Alben Viel zu viele. "Songs To Scream At The Sun" von Have Heart ist aber definitiv eines von den Alben, die mich am meisten geprägt haben.
Die besten Konzerterlebnisse Auf jeden Fall vorne mit dabei: Have Heart, Shipwreck AD, Rise And Fall und AYS in der Roten Flora in Hamburg, Juli 2009

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