Devil May Care – Echoes

Album Echoes
Label Uncle M
Musikrichtung Post-Hardcore, Emo, Metalcore
Redaktion
Lesermeinung
7.5

Es ist immer wieder eine wahre Wonne, welch unterschiedliche Stile sich innerhalb eines einzigen Genres finden lassen. Unter dem Label Hardcore etwa vereinen sich unzählige Spielarten und auch in dessen Unterabteilungen ist einiges los. Verwirrend, aber sehr schön, denn so bewahrt man sich als Künstler Abwechslung und muss nicht fürchten, irrelevant zu werden.

Devil May Care, eine relativ junge Band – 2012 gegründet – aus Würzburg bezeichnen sich zwar selbst als Post-Hardcore, aber man könnte ebenso gut Emocore sagen. Tim Heberlein an den Vocals und einer Gitarre, Lukas Esslinger (Gitarre), Moritz Hillenbrand am Bass und Joachim Lindner am Schlagzeug bilden diesen Vierer.

Im Großen und Ganzen ist „Echoes“ eine angenehme Platte, nur fehlt es ihr leider an Eigenständigkeit und Wiedererkennungswert. Die Songs klingen allesamt gut, mehr aber eben nicht. Einmal angehört, ist man zwar nicht schlecht gelaunt, kann sich aber auch an keinen Song explizit erinnern.

Opener „Dead Ember“, das mit einem ziemlich coolen Riff startet und dann in eine melodiöse Strophe und eine gescreamte Bridge übergeht, worauf der clean gesungene Refrain folgt, ist schon das Highlight der Platte. Spätestens nach „Hollow Promises“ und „On Wings Of Wax“ hat man leider schon so ziemlich alles gehört, was die Platte zu bieten hat.

Rockiges Midtempo, etwas Metalcore und Emo, ein bisschen Post-Hardcore – Devil May Care bespielen all diese Felder in ihren Songs. Zwischendurch gibt es auch mal den ein oder anderen ruhigen Part, aber letztlich fehlen einfach die Aha Momente.

Die 13 Songs auf „Echoes“ bestechen allerdings sehr wohl durch gute Instrumentalisierung. Man kann den Franken vieles vorwerfen, aber ihre Instrumente beherrschen sie. Auch die Produktion der Platte ist einwandfrei.

So bleibt die Hoffnung, dass die Herren sich in Zukunft etwas mehr um ihren speziellen Stil kümmern, damit man beim ersten Ton gleich hört, wer da am Werk ist. Das Potential haben sie. „Echoes“ ist aber leider bloß ein Album unter vielen.

Autor Tobi van de Wildmannen
Wohnort Tacherting
Beruf Monteur (Mobilfunk)
Dabei seit September 2016
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