Direct Hit / Pears – Human Movement

Musikrichtung Punk
Redaktion
Lesermeinung
6

Es war immer schon ein gerne benutztes Mittel, um sich mit befreundeten Bands zu verewigen oder auch unbekannteren Gruppen die Chance zu geben, sich einem größeren Publikum zu zeigen: Split-Alben oder Split-EPs. Natürlich gab es auch hier schon klägliche Ergebnisse, bei denen man sich fragen musste, warum jemand so etwas produziert. Viel lieber erinnert man sich natürlich an das Gegenteil. Denn bisweilen erlangen diese Splitscheiben sogar Kultstatus – man nehme die legendäre Ten Foot Pole/Satanic Surfers zum Beispiel.

Pears und Direct Hit haben sich zum Glück letztere zum Vorbild genommen. Hier ist ein absolutes Glanzprodukt entstanden, was bei diesen beiden Bands freilich auch nicht überrascht. Im Groben steht ja auch Fat Wreck Chords seit je her für Qualität und daher konnte man auch keinen Schund erwarten.

Den Anfang des Tonträgers bestreiten Direct Hit, die mit ihrer Mischung aus Hardcorepunk und Poppunk sofort ein direkter Schlag ins Gesicht sind. Die etwas raue Stimme von Nick Woods, der aber dennoch auch sehr gut singt, passt einfach perfekt zu der gesamten Atmosphäre. „You Got What You Asked For“ ballert einem zum Auftakt entgegen und zeigt gleich, wo es lang geht. Gefolgt von den poppigeren „Blood On Your Tongue“ und „Open Your Mind“ zeigen uns die vier aus Milwaukee, dass sie es gerne abwechslungsreich haben. Track Nummer vier gönnt uns dann aber schon wieder etwas weniger Pop, sondern geht im schnelleren Tempo wieder richtig nach vorne. Mit den hingerotzten Pears-Cover „You´re Boring“ und „Nothing“ beschließen Direct Hit dann ihr Programm und übergeben die Mitstreiter.

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Mit „Hey There, Begonia“ starten die vier Herren aus New Orleans in gewohntem Stil. Schnell, laut und für den gelegentlichen Pears-Hörer durchaus konfus: So könnte man die Art von Punkrock beschreiben, auf die man hier trifft. Ein Song besteht einfach nicht immer nur aus Strophe, Refrain und C-Teil, sondern kann auch gerne mal einen D- oder E-Teil beinhalten. Das lernen wir seit 2014 stets aufs Neue bei dieser Gruppierung. Pears geben Gas, Pears machen Spaß. „Mollusk´s Mouth“ und „Arduous Angel“ ballern einem ebenfalls gewaltig um die Ohren. Nach einem sehr aggressiven „Misery Conquers The World“ steht mit „The World Is Ending“ das Direct Hit-Cover auf dem Programm. Auch die poppige Schiene steht Pears durchaus gut zu Gesicht. Gute Bands können eben einfach alles spielen. Lustig und durchaus erwähnenswert ist auch, dass sich in Mitten des Songs plötzlich der Refrain von Masked Intruders „Heart Shaped Guitar“ gemogelt hat.

„At 3am you in my front yard, singing stupid love songs on a heart shaped guitar. And I don´t wanna hear it cause I don´t even care but, Police are on the way so just stay right there.“

Pears beschließen ein absolut gelungenes Stück Musik mit „Never Now“, einer nochmals voll nach vorne gehenden Punknummer, die einen würdigen Abschluss dieser empfehlenswerten Split darstellt.
Fans des Genres und denen, die es werden wollen, sei diese Platte wärmstens empfohlen. Das Songwriting, die Instrumente und die Produktion selber lassen keine Wünsche offen.

Autor Tobi van de Wildmannen
Wohnort Tacherting
Beruf Monteur (Mobilfunk)
Dabei seit September 2016
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