Discharge – End Of Days

Album End Of Days
Band Discharge
Musikrichtung Punk, Hardcore, Punk
Redaktion
Lesermeinung
5

Discharge sind zurück! Im Kalten Krieg geboren, machte es sich die Anarcho-Punk-Formation zur Aufgabe, Missstände und Ungerechtigkeiten anzuprangern. Heute in 2016 haben sich zwar ein paar Fronten verschoben, besser wurde die Welt dadurch aber kaum. Grund genug, mit dem neuen Album „End Of Days“ ein bisschen Salz in Wunden zu streuen und dem Ärger Luft zu machen – mit neuem Sänger und alter Wut.

„Don’t wanna be part of your system. Represents everything I’m not. Not a number. Not a machine. This pile of flesh and blood.“

Die Themen haben sich nicht geändert – es gibt ja auch keinen Grund dazu. Anarchismus, Pazifismus und Verweigerung: Die D-Beat Klassiker „Why?“ und „Hear Nothing See Nothing Say Nothing“ könnten textlich aktueller kaum sein. Deswegen ist „End Of Days“ aber kein zweiter Aufguss. Die erste Platte der Crust-Punks seit acht Jahren tritt, keift und schlägt um sich – wie zu den wildesten Zeiten der Band. Das war auch Bedingung des neuen Frontmanns Jeff „JJ“ Janiak, der zuvor bei Wasted Life und Broken Bones den Schreihals gespielt hat. Denn der wollte nur ein neues Discharge-Album aufnehmen, wenn auch wirklich Discharge drin steckt. Und das tut es. Kaum ein Song über der Zwei-Minuten-Grenze. Die Texte wie immer auf den Punkt und unkompliziert. Hardcore, Punk und Crust in einer explosiven Mischung.

Discharge tragen noch immer die Energie in sich, die ihre beiden ersten Alben so vor Verachtung für das System und Power strotzen lässt. Mit ihren 15 neuen Songs wollen Discharge eine zweite Meinung bieten. Die Sicht der Dinge aus ihrer Warte schildern – und das ist ihnen rundum gelungen. Frontmann Janiak lässt, zusammen mit Rückkehrer Tezz Roberts (Gitarre), die Kombo zum Quintett anwachsen. Mehr Männer für mehr Wut. Dass die neuen Songs voll davon sind, beweisen die vorab erschienene Single-Auskopplung „New World Order“ und der Vorbote „Hatebomb“.

Discharge sind in Tagen wie diesen noch lange nicht überflüssig geworden. „End Of Days“ bietet ein packendes Stück D-Beat. Schonungslos und rabiat. Wie man sich es eben von einer pazifistisch geprägten Anarcho-Punk-Platte wünscht. Für Anhänger der Band eine Rückbesinnung in die 80er Jahre, für jüngere Hörer eine Chance, den Geist und die Attitüde der damaligen Bewegung zu erleben.

Autor Andreas Steiner
Wohnort Stuttgart
Beruf Redakteur
Dabei seit März 2011
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