Duct Hearts – Feathers

Album Feathers
Musikrichtung Post-Rock, Emo
Redaktion
Lesermeinung
5

Acht Jahre sind eine erstaunlich lange Zeit, die man sich lassen kann um sein Debüt-Album zu schreiben. Wenn man jedoch zwischendurch so kontinuierlich Splits, EPs und Co. released wie die Münchner Duct Hearts, dann fällt dies kaum ins Gewicht. Trotzdem: Das Trio schickt sich mit „Feathers“ zum ersten mal an, die hauseigenen Songs auch in einen gewissen Kontext setzen zu wollen.

Dies gelingt außerordentlich gut. Der extrem post-rocklastige 90er Emo der Band wirkt alles andere als eingestaubt, sondern in seiner oftmals ausufernden Ästhetik mitreißend, melancholisch und tiefgründig. Der fein gesäuselte und doch markante Gesang positioniert sich dabei nicht selten gekonnt antagonistisch entlang tonnenschwerer Riffs, deren melodische und zurückgefahrene Aufschlüsselung wiederum immer wieder genügend Platz zum Atmen lässt. Ein ums andere Mal wird der Rhythmus gewechselt, man pendelt zwischen monumental anmutenden Soundwänden und fragil vor sich hinplätschernden Klangteppichen. Kontinuierlich lässt es sich genüsslich in den Sound abtauchen und immer wieder wird man sachte aus der Ekstase zurückbefördert ins hier und jetzt.

Nichts auf „Feathers“ ist neu – oder nicht gar schon besser gespielt worden, die Zusammensetzung aber wirkt besonders frisch und aufgeräumt. Duct Hearts servieren Post-Rock, der an manchen Stellen bis in den Post-Metal vordringt, einen langsamen Emo-Walzer tanzt und sich erstaunlich gut dabei fühlt. Auch auf die volle Distanz können Duct Hearts überzeugen: „Feathers“ wirkt wie aus einem Guss, schwerfällig melancholisch und melodisch verträumt. Das Album bietet wenig sich ziehende Längen, dafür aber traumhaft prägnante Momente, immer getragen von mollig warmen Gitarrenwänden und mitreißendem Gesang.

Autor Sascha Schüler
Wohnort Wechselt
Beruf Nein
Dabei seit Juni 2010
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