Employed To Serve – The Warmth Of A Dying Sun

Musikrichtung Hardcore, Hardcore, Metal
Redaktion
Lesermeinung
6

Das eigene Leben liegt im Argen. Man weiß nicht wohin mit sich, möchte sich am liebsten in eine dunkle Ecke schmeißen. Die Medien zeichnen ein düsteres Bild der Welt. Die Hoffnung auf ein gutes und glückliches Leben scheint verglüht. Vielleicht gefällt der Zustand, der als Selbstmitleid verstanden werden kann, einem sogar? „The Warmth Of A Dying Sun“ ist jedenfalls der perfekte Soundtrack für diese wirre Situation.

„When I look to the future it’s no good because it’s out of focus/ Taking comfort from the past, is what I do when I’m feeling helpless.“

Der Opener „Void Ambition“ kommt gleich mit einer wahren Mathcore-Keule daher. Schnelle, komplexe Gitarren, ein verspieltes Schlagzeug und die keifende Stimme hauen Employed To Serve dem Hörer hier schonungslos um die Ohren. Die Musik kommt oft sehr groovig daher und lässt die Hardcore-Wurzeln an einigen Stellen deutlich zu Tage treten. Der erste Song leitet das Album also optimal ein und endet standesgemäß mit einem langen epischen Breakdown, der schon fast eine meditative Wirkung entfaltet.

Auch wenn die Messlatte so gleich sehr hoch gelegt wird, ist der Titeltrack das Herzstück. Auf dem längsten Song der Platte präsentieren Employed to Serve die gesamte Partitur ihres Könnens. Die komplexen Rhythmuspattern und Melodieverläufe, die von der Leine gelassen werden, vergessen jedoch nie ihr wahres Ziel. Denn letztlich soll eine dichte Atmosphäre herrschen und der Geisteszustand von Menschen wiedergespiegelt werden. Den Höhepunkt dessen bildet das Ende von „The Warmth Of A Dying Sun“. Über einem ausladenen Crescendi brüllt die Sängerin mit aller Kraft verzweifelt den Titel des Album. Ein wahres Kopfkino an Emotionen ist die Folge.

Doch trotz der Teils erdrückenden Musik und der düsteren Thematik wird das letzte Fünkchen Hoffnung nicht vergessen. Immer wieder sorgen kleine Verschnaufpausen für Momente der Ruhe und des Positiven. Wie das zu unterstreichen, endet das Album mit dem epischen „Appel Tree“. Instrumente und Gesang sind auf das nötigste runtergefahren, sodass eine ganze eigene positive Melancholie entsteht, die den Hörer gedankenversunken aus dem Album trägt.

„I’m all for staying positive but there’s something standing in the way.“
Employed to Serve liefern mit ihrem zweiten Album ein rundum gutes Werk ab. Auch wenn es bestimmt noch technisch überzeugendere oder eigenständigere Bands gibt, liegt dem Hörer hier eine wahre Atmo-Bombe vor. Diese liefert den perfekten Sound für Zeiten in den man sich orientierungs- und machtlos fühlt – düstere Gedanken und starke Metaphern inklusive.

Autor Aaron-Corin Hane
Wohnort Lüneburg
Beruf Student
Dabei seit März 2015
Deine Aufgabe bei Stageload Reviews, Interviews
Top-Alben Stick To Your Guns - alle Releases seit Hope Division, Black Sabbath - Paranoid, Dream Theater - Train Of Thought, The Beatles - Sgt. Peppers Lonely Hearts Club Band, Parkway Drive - Atlas, Idles - Brutalism
Die besten Konzerterlebnisse Tour Of The Year 2014; Taste Of Anarchy Tour 2015; Summer Breeze 2014; Destruction Derby 2015

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