Empowerment – Bengalo

Album Bengalo
Musikrichtung Hardcore, Punk
Redaktion
Lesermeinung
7.25

Hardcore mit deutschen Texten, sozialkritisch, politisch und einfach auf einem starken Niveau und dann ist da noch dieser Hip Hop-Einschlag. Das kennen wir ja mittlerweile von Bands wie GWLT oder Tausend Löwen unter Feinden, aber auch von Empowerment aus „Stu York“, wie sie Stuttgart selbst bezeichnen.

Sechs Jahre nach „Gegen.Kult“ und diversen EPs erscheint nun endlich das zweite Studioalbum der Schwaben und das brennt. Der Titel „Bengalo“ ist also absolut richtig gewählt, denn das Feuerwerk, welches hier abgefackelt wird, sucht seinesgleichen. Klare Statements, klare Positionierung, klare Aussage. Empowerment machen keinen Hehl daraus, wo sie stehen und tragen es deutlich in die Welt.

Die Musik besteht aus Hardcore, der mit etwas Deutschpunk und ein wenig Hip Hop eine ordentliche Mischung darstellt. Los geht es dann auch gleich mit dem Titeltrack, der einem ziemlich deutlich zeigt, welche textliche Qualität das ganze Album mit sich bringt und in welche Richtung die Jungs von Empowerment gehen. Sehr langsam, tief und hart zieht der Song seine Bahn. Zu bekriteln ist hier wahrscheinlich nur, dass es dadurch für neue Hörer eher schwierig ist, einzusteigen, denn die langsame, schleppende Art des Liedes kann einen schon abschrecken.

„Von Mensch Zu Mensch“ hat dann etwas mehr Pep und startet sozusagen das Album richtig. Aber grundsätzlich sind Empowerment ohnehin nicht die Band für Geschwindigkeitsliebende, die eher Comeback Kid und Konsorten bevorzugen. Klar, auch hier finden sich schnellere Teile, aber die sind eher rar gesät.

„Kein Mensch auf dieser Welt ist jemals illegal. Verfolgung, Angst, Leid, zu viel, was Menschen durch haben. Auf deinem kalten fetten Thron aus Schein sitzt du. Satt und selbstgerecht maßt du dir ein Urteil an. Sei gewiss, ich reich dir meine Hand. Von Mensch zu Mensch. Ich schreie es raus und schreibe es an jede Wand. Refugees are welcome!“ (Von Mensch zu Mensch)

Einer davon ist „Die Söhnin“. Hier geht es das erste Mal etwas flotter zur Sache. Aber ganz ehrlich, dadurch, dass hier nicht nur ein Highspeed-Gebolze abgefeuert wird, sonder alles an Tempi und Stilmitteln reingepackt wurde, wird die Platte nicht langweilig.

„Mensch Ist Mensch“ ist dann ein Hip Hop-Song. Intensiv, aber kurz, doch textlich, wie eben das Gesamtwerk, von ganz hohem Niveau. Der punkige Einschlag, vor allem in ihren Texten ist niemals zu übersehen oder zu überhören. „Stu York State Of Mind“, das Zeckenpack in ihrer Heimat, wird auch gebührend bedacht und so gehen Empowerment auf „Bengalo“ einfach ihren Weg.

Die 13 Songs sind allesamt super produziert, kommen tief und schwer, aggressiv und laut daher, hämmern einem richtig schön in den Gehörgang und lassen keine Zweifel an der Aufrichtigkeit der Schwaben. Hoffentlich dauert es diesmal keine sechs Jahre, bis ein neues Werk das Licht der Welt erblickt, aber wenn ein Album dieser Qualität dabei heraus kommt, dann kann man auch gerne wieder so lange warten.

Autor Tobi van de Wildmannen
Wohnort Tacherting
Beruf Monteur (Mobilfunk)
Dabei seit September 2016
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