Schweinfurt, Bayern. Wenn ich irgendetwas zu dieser Stadt sagen müsste, dann würde mir rein gar nichts einfallen. Gott sei Dank aber gibt es ja Wikipedia und das sagt mir, dass Schweinfurt ein Zentrum für Industrie und Kunst in Unterfranken ist. Ja wunderbar, bestimmt äußerst lebenswert dort.
Aus eben dieser Stadt nun kommen Evenworse, die seit einigen Jahren Schweinfurt auf die deutsche Hardcore-Landkarte gesetzt haben. Mit „Resignation Day“ legen die Jungs nun ihre bereits sechste Veröffentlichung vor.
„Stupid mother fuckers, I‘ll slit your fucking throat and take a shit into the wound.“ Man, sind die angepisst. Derart radikale Lyrics hört man selten aus Deutschland, schon gar nicht aus dem konservativen Freistaat Bayern – schon gar nicht aus Schweinfurt! Schon zu Anfang von „Resignation Day“ ziehen Evenworse im Opener “Yo Church“ alle Register. Metallisch angehauchter Hardcore mit richtig fieser Punkattitüde in den Texten, der durch eine dicke Produktion glänzt. Das macht schon ordentlich Spaß, kann man nicht anders sagen. „Yo Church“ zielt, wie der Titel es schon vermuten lässt, gegen die Kirche ab. Dass Hardcore in den letzten Jahren zunehmend „God Free“ ist, sollte eigentlichen jedem bekannt sein, aber derartig krass wie Evenworse hat selten eine Band mit den Institutionen des Glaubens aufgeräumt. Dazu gehört Mut, vor allem wenn man aus dem erzkatholischen Bayern kommt.
Der Titeltrack „Resignation Day“ handelt vom Resignieren, vom angepisst sein vom immer gleichen, alltäglichen Leben. „With every second, every minute and every hour I get through the week, fucking day by day. I never thought that it might be hard to feel good in some way again, to feel okay. Well, fuck the good guys, fuck the saints and also fuck the fucking blessed, dressed in success.“
Die gesamte Platte handelt davon die Schnauze gewaltig voll zu haben, ob von der Kirche, vom Leben oder von seinen Mitmenschen. Evenworse wollen damit aber eigentlich nur eins sagen, was sie in „Crouching Tiger, Hidden Asshole“ selbst gut auf den Punkt bringen: „When life gives you lemons, you should throw them like stones.“ Man darf sich nicht immer alles gefallen lassen, was um einen herum passiert und was irgendwann auch einen selber trifft. Irgendwann kommt der Tag, an dem man resignieren muss, aber bis dahin heißt es kämpfen und nicht aufgeben.
Mit „Resignation Day“ haben Evenworse einen Schlag mitten in die Fresse vorgelegt. Angepisst, schmutzig und kompromisslos kommt diese 7“ mit ihren sechs Songs daher und stellt so ohne Frage schon jetzt eine der Veröffentlichungen dar, die man 2012 auf dem Schirm, oder besser gesagt im Plattenregal haben sollte. Ein großes Lob nach Schweinfurt!
Evenworse ist eine 2004 gegründete Hardcore-Punk Band aus Schweinfurt. Bisher veröffentlichten sie zwei Demos (2004 und 2010), eine 7"EP ("We are the kids") und Split-12"s mit The F.A. und Goldust. www.myspace.com/evilhorse http://evenworse.bandcamp.com/




Gute Band, gutes Review! Nichts zu meckern!