Fall Out Boy – American Beauty/American Psycho

Musikrichtung Alternative, Pop
Redaktion
Lesermeinung
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Fall Out Boy standen einmal für guten Pop Punk, mit nicht ganz so ernst gemeinten Texten. Diese waren aber immer gut durchdacht und ein Stück weit auch Momentaufnahme einer ganzen Generation. Das aber war zu Zeiten von „From Under the Cork Tree“, dessen Release mittlerweile fast zehn Jahre zurückliegt.

Aber nun zum neusten Output. Musikalisch knüpfen die Jungs damit nahtlos an den Vorgänger „Save Rock and Roll“ an. Denn nach den ersten Songs wird schnell klar: vom einstigen Stil ist nicht mehr viel übrig geblieben. Elektro Gedudel, Dance Beats – all das sind Fall Out Boy anno 2015. Wo sind die Gitarren, wo ist das Schlagzeug und wo sind vor allem die guten Texte? Leider hat der Stilwechsel und das große Geld aus den vier Jungs nur noch kalkulierbare Pop-Proleten gemacht. Dazu diese poppig-klebrige Stimmung wie zu besten US-Teeniekomödien-Zeiten Ende der 90er. Schon die erste Single-Auskopplung „American Beauty/American Psycho“ ist ein Hördesaster. Diese „Qualität“ zieht sich durch die komplette Platte. Höhepunkt der Peinlichkeit ist der Song „Favorite Record“. Geld verändert eben doch und Erfolg ist nicht immer alles.

Man muss keine ausgeprägte Abneigung gegen Pop-Musik haben, um „American Beauty/American Psycho“ schlicht grauenhaft zu finden. Es scheint so als wären die vier Jungs nun genau ein Teil dieses Albtraums geworden, den man auf „From Under The Cork Tree“ noch besungen hat. Vielleicht erschließt sich die tiefsinnige, metaphorische Botschaft dieses Albums aber auch einfach nicht jedem.

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