Fatherson – Sum Of All Of Your Parts

Band Fatherson
Musikrichtung Alternative, Indie-Rock
Redaktion
Lesermeinung
6

Fatherson wollen groß wie ihre schottischen Kollegen Biffy Clyro werden. Das hat jeder gesehen und gehört, der das Trio schon mal als Support für Kings of Leon, We Were Promised Jetpacks oder eben jene Biffy Clyro erlebt hat. Daran ändert auch Album Nr. 3 nichts. Mit „Sum Of All Your Parts“ wirft die Band allerdings die Strategie ihres vorherigen Albums über den Haufen.

Dem beindruckenden Debüt „I am an Island“ folgte mit „Open Books“ der offensichtliche Versuch des großen Wurfs: glatter Sound mit den obligatorischen Wohoos und Songs, die vor allem eingängig sein sollten. Auf dem Album verbergen sich durchaus interessante Songs, denen allerdings in der überambitioniert glatten Produktion ihre Essenz abhanden gekommen ist.
Mit „Sum Of All Your Parts“ scheint die Band zurück zu ihren Wurzeln zurückzukehren. Die poppigen Songs schallen druckvoll bis bombastisch aus den Boxen und offenbaren die großen Stärken der jungen Band. „Making Waves“ groovt mit einer Weezer-esken Strophe vor sich hin, bevor im Refrain vor allem das imposante Gesangsorgan von Frontmann Ross Leighton zu begeistern weiß – ein in Stein gemeißelter Song, der eine Dauerkarte für die Fatherson-Setlists der Zukunft ergattern dürfte.

Die Stimme verleiht Songs wie „Charm School“ und „Ghost“ eine gewisse Tiefe, welche die beiden Tracks rein instrumental kaum hergeben. Andere vor sich hinplätschernden Beispiele wie „Building A Wall“ und „Reflection“ kann die Stimme nicht retten. Eine willkommene Abwechslung bietet das Duett Nothing To No One, bei dem sich Leighton den Gesang mit Bryde aufteilt und zwei Perspektiven einer in die Brüche gegangen Beziehung exerziert. Ein treibender, wie sensibler Song, der auf den einfachen, großen Refrain verzichtet und dennoch keine Wünsche offen lässt – ein Highlight der Platte.

„Sum of All Your Parts“ ist direkter, schnörkelloser und wirkt tiefgründiger als sein Vorgänger „Open Books“. Leider können Fatherson das hohe Level von Hits „Making Waves“ nicht über die gesamte Strecke des Albums halten. Der ganz große Wurf ist somit auch „Sum Of All Your Parts“ nicht geworden. Genug Songs, um die Live-Setlist nach vorne zu bringen, bietet das dritte Album der Schotten aber allemal.

Autor Lennart Sörnsen
Wohnort Hannover
Beruf Referent Jugendschutz
Dabei seit Juli 2016
Deine Aufgabe bei Stageload Reviews, Berichte
Top-Alben The Hirsch Effekt - Holon Anamnesis, We Were Promised Jetpacks - These Four Walls, Apologies I Have None - London, The Offspring - Smash, Herrenmagazin - Das Wird Alles Einmal Dir Gehören
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