FIDLAR – Almost free

Album Almost free
Band FIDLAR
Musikrichtung Skatepunk
Redaktion
Lesermeinung
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Veränderung tut gut. Das hat auch die kalifornische Skateunk-Band FIDLAR erkannt und auf ihrem neuen Album gleich umgesetzt. „Almost free“ ist für die vier Musiker wie eine Spielwiese – und die dreizehn neuen Tracks stellen diese Experimentierfreude auch deutlich unter Beweis.

Schon der erste Song „Get off my Rock“ zieht den Hörer mit seiner vollen Wucht und Wut in das Album hinein. Fast schon countryartige Klänge von Banjo und Mundharmonika treffen darauf auf harte Beats und schreienden Sprechgesang, der den Hörer eher an die Beastie Boys denn an FIDLAR erinnern. Überhaupt ist das Album sehr experimentell und vor allem abwechslungsreich.

FIDLAR probieren sich an discoartigen Rhythmen („By Myself“) aus, psychodelische Melodien á la Tame Impala („Flake“) finden sich auf „Almost free“ genauso wieder wie düstere Rocknummern mit ausufernden Gitarren-Soli („Alcohol“). Insgesamt durchlebt der Hörer ein Wechselbad der Gefühle, da sich der Stil auf jedem Track verändert. Es scheint, als könne sich die Band nicht entscheiden, welche Art von Musik sie denn nun machen wollen. Auch textlich schlägt sich das nieder: „Almost free“ behandelt alle Facetten des modernen Lebens. Es geht um Gentrifizierung, um die Superreichen, um Kommunikation, aber auch um persönliche Dinge wie geringes Selbstbewusstsein oder Einsamkeit.

Eine kurze Verschnaufpause von den vielen Einflüssen bietet das sehr ausgeklügelte, aber doch klassisch-rockige Instrumentalstück „Almost free“, auf dem eine fast schon virtuoise Gitarrenmelodie mit Trompetern und Schlagzeug verschmilzt. Auch „Call you twice“, ein Duett mit der Sängerin K.Flay und die einzige Kollaboration auf der Platte, ist sehr hörenswert. Highlight ist aber definitiv der Song „Can’t you see“, der mit seinem eingängigen, leichtfüßigen Gitarrenriff und dem groovigen Rhythmus sofort hängen bleibt. Und auch den Text kann man schnell mitsingen:

„Meditate, you can get rich quick. Don’t talk, just like my shit. On the streets, yeah I feel so chic. Sellin‘ jeans that I bought last week, last week, last week.“

Insgesamt ist „Almost free“ ein spannendes Album, vor allem, weil es nicht langweilig wird. Der Hörer entdeckt immer wieder neue Facetten der Skatepunker, wobei von diesem Genre noch mit am wenigsten auf der Platte gelandet ist. So oder so zeigen die vier Musiker hier aber ihr volles Können.

Autor Denise Frommeyer
Wohnort Mainz
Beruf Redakteurin
Dabei seit November 2014
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