For All Eternity – The Will To Rebuild

Musikrichtung Metalcore
Redaktion
Lesermeinung
5

Für Metalcore-Fans war 2017 durchaus ertragreich: While She Sleeps und August Burns Red haben ein weiteres Mal bewiesen, dass an ihnen schlicht kein Weg vorbei führt. Wage War konnten mit einem bärenstarken zweiten Album Fuß fassen und Polaris starteten mit dem genialen Debüt-Album „The Mortal Coil“ durch die Decke. Musikalisch war im Dezember trotzdem ziemliche Flaute angesagt. Dem Jahr 2017 war längst die Puste ausgegangen und alle Welt richtete ihren Blick bereits gespannt auf das anstehende Jahr. Da kann man For All Eternity nur dankbar sein, uns zum Jahresende noch einen kleinen Geheimtipp präsentiert zu haben.

Mit den oben genannten Releases kann „The Will To Rebuild“ zwar nicht mithalten und wirklich neuen Stoff bieten For All Eternity auch nicht – falsch machen kann man mit dem Album aber eigentlich nichts. Die Umsetzung macht nämlich wirklich Spaß. Das Album ist wuchtig, aber doch meist melodiös in Szene gesetzt. Beides vereint besonders vor allem „September“. Gekonnt löst es die klassische Songstruktur auf und entpuppt sich geradezu als musikalische Achterbahnfahrt. So fußt der Song auf einer episch aufwallenden Sound-Kulisse, die man reflexartig wohl eher mit Hans Zimmer als mit Metalcore assoziieren würde. Schon nach einer halben Minute aber entfesselt sich „September“ furios, bloß um nach wenigen Momenten wieder zur Ruhe zu kommen. Diese Ruhe wahrt freilich nicht lange und entlädt sich alsbald in einem energischen Moshpart. Anders gehen For All Eternity die Sache bei „Derailed“ an und packen gleich den Vorschlaghammer aus. Filigraner, aber nicht weniger actionreich ist „The Vacated“ mit einprägsamen, progressiven Riffs. Klanglich irgendwo zwischen In Hearts Wake und Northlane angesiedelt, ist wiederum „Fallout“.

Langweilig klingen lediglich „Nightmare“, das eine zündende Idee irgendwie vermissen lässt, und das öde dahinplätschernde „Vivid“. Obwohl For All Eternity an diesen beiden Stellen schwächeln, macht „The Will To Rebuild“ absolut Laune. Der Band gelingt auf ihrem nunmehr dritten Album eine stimmige Mischung aus schwungvoller Action und angenehmer Harmonie. Allzu lang ist „The Will To Rebuild“ mit knappen 35 Minuten zwar nicht geworden. Aber gerade auch 35 Minuten ordentliche Musik sind bekanntlich nicht zu unterschätzen.

Autor Joshua Claaßen
Wohnort Goch
Beruf Schüler
Dabei seit Oktober 2015
Deine Aufgabe bei Stageload Reviews
Top-Alben Ständig im Wandel, zu meinen Favoriten gehören aber auf jeden Fall: Stick To Your Guns - Diamond, Being As An Ocean - How We Both Wondrously Perish / Dear G-d, The Ghost Inside - Get What You Give, The Amity Affliction - Let The Ocean Take Me
Die besten Konzerterlebnisse Kann ich mich nicht festlegen, Stick To Your Guns und Being As An Ocean sind live aber immer ein absolutes Highlight!

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