For The Fallen Dreams – Six

Album Six
Label Rise Records
Musikrichtung Metalcore
Redaktion
Lesermeinung
4

Seit dem letzten For The Fallen Dreams-Album „Heavy Hearts“ ist vieles passiert: Bands sind gekommen und gegangen. Die einen sind in Windeseile zu großer Popularität aufgestiegen, die anderen in der Belanglosigkeit verschwunden. Manche Alben wurden gefeiert, andere zerrissen. Vier Jahre sind eben bei genauer Betrachtung gar nicht wo wenig Zeit, insbesondere für eine Band, zwischen deren Veröffentlichungen nie mehr als zwei Jahre lagen. Da liegt es nicht fern, sich die Frage zu stellen, ob For The Fallen Dreams noch immer abliefern.

Die Single und gleichzeitig der Opener „Stone“ produziert eine ordentliche Erwartungshaltung: Flotte, lockere und ungezwungene Strophen, die irgendwo zwischen The Ghost Inside und Obey The Brave anzusiedeln sind und ein doppelstimmiger, hymnenhafter Refrain sind zwar keine musikalische Neuerfindung, gut gespielt aber eine sichere Bank. „Unstoppable“ überzeugt auf ähnliche Weise mit temporeicher und eingängiger Hook. Doch gibt es aber leider auch Songs wie „Forever“: Der beginnt zwar mit netten Architects-Anleihen, driftet aber schnell in die vollkommene Belanglosigkeit ab: Was wahrscheinlich düster-böse klingen sollte, plätschert leider nur ziemlich langweilig dahin. Mehr Dynamik und Tempowechsel hätten hier freilich nicht geschadet. Blass erscheint auch „Ten Years“, das viel zu wenige Melodien und Rhythmen bietet, die sich wirklich im Ohr festkrallen.

Dabei machen For The Fallen Dreams an anderer Stelle ja vor, wie man spannende Musik schreibt. So macht die raffinierte Schlagzeug- und Gitarrenarbeit in „Burning Seasons“ gleich deutlich mehr Spaß. „Six“ hat also zweifelsohne seine guten Momente, leidet aber insgesamt an Mittelmäßigkeit und nicht immer optimalem Songwriting. So wirken die ruhigen, von Cleangesang übermalten, Passagen in „Two Graves“ unglücklich platziert, da sie den Song unnötig ausbremsen und für sich gesehen auch nicht wirklich Mehrwert besitzen. „The Undertow“ hat einen interessanten atmosphärischen Ansatz, lässt aber die entscheidende Lebendigkeit vermissen.

Dabei ist For The Fallen Dreams Potential oft spürbar und absprechen kann man es ihnen erst recht nicht. Sie rufen es ja auch durchaus immer wieder ab, nur bleibt „Six“ als Ganzes weit hinter dem Möglichem zurück. Auffällig dabei ist, dass die Band immer dann, wenn sie das Tempo anschraubt und schnelle, muntere Drums melodisch ummantelt, glänzen kann. Letztlich wird der Gesamteindruck aber durch zu viele Ungereimtheiten getrübt.

Autor Joshua Claaßen
Wohnort Goch
Beruf Schüler
Dabei seit Oktober 2015
Deine Aufgabe bei Stageload Reviews
Top-Alben Ständig im Wandel, zu meinen Favoriten gehören aber auf jeden Fall: Stick To Your Guns - Diamond, Being As An Ocean - How We Both Wondrously Perish / Dear G-d, The Ghost Inside - Get What You Give, The Amity Affliction - Let The Ocean Take Me
Die besten Konzerterlebnisse Kann ich mich nicht festlegen, Stick To Your Guns und Being As An Ocean sind live aber immer ein absolutes Highlight!

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