Foxing – Dealer

Album Dealer
Band Foxing
Musikrichtung Indie, Emo
Redaktion
Lesermeinung
6

Den Sound erwachsener klingen lassen wollten Foxing mit ihrem neuen Album. So zumindest beschrieb Sänger Connor Murphy das Schaffen an „Dealer“ bei uns im Interview. Schon der Vorgänger „The Albatross“ gilt als Sternstunde des großen Kosmos Indie und Emo. Mit orchestralen Elementen und absoluter Ehrlichkeit konnten Foxing über die Grenzen hinaus Fan um Fan gewinnen.
„It’s a slow burner; a night record. It’s a record we’re proud of.“
beschreibt die Band „Dealer“ in eigenen Worten. Und nimmt dem gemeinen Schreiberling dreisterweise gleich mal ein Stück seiner Arbeit ab. Denn wahrlich: „Dealer“ nimmt sich mit Beharrlichkeit die Zeit, die das Album zur vollen Entfaltung eben braucht. Da findet sich keine großspurige Effekthascherei, auch wenn bereits „The Albatross“ da nur in seltenen Momenten wirklich aufdringlicher erschien. Der Sound ist noch dichter geworden, kratzt noch subtiler und doch nachhaltiger am Gefühlspanzer. Und so entwickelt „Dealer“ vor allem im Verbund wieder eine herausragende emotionale Dynamik.

„Weave“ kurbelt das Album mit Death Cab-mäßig poppiger Schwerelosigkeit ruhig und doch bestimmt an. Über das vorab veröffentlichte „The Magdalene“ kommt man ohne Umschweife zu einen der Highlights der Platte. „Night Channels“ ist ein wahres Goldstück: Plötzlich atmet die foxing-typische emotionale Direktheit die (Riff-)Luft von Explosions In The Sky in vollen Zügen und zerbricht beinahe an deren Fragilität, um sich letztlich aber voll und ganz an dieser aufzurichten. Wie auch im späteren „Eiffel“ zeigt Murphy hier auch sein ganzes gesangliches Talent. Bedenkt man, dass er eigentlich erst Bass spielen sollte, darf man sich wohl definitiv glücklich schätzen.

„Dealer“ ist nichts für Pop Punk-Freunde und Ohrwurm-Fetischisten. Foxing machen monumentalen, orchestralen Indierock. Und das gelingt ihnen außerordentlich gut. Direkt wie subtil, prägnant wie fragil, über alle Maßen emotional und umwerfend eigenständig. In seiner verschrobenen Verspieltheit wird „Dealer“ wochen- wenn nicht sogar monatelang unterhalten können. Foxing beweisen so ein zweites Mal, dass sie eine der interessantesten und schlichtweg besten jungen Bands in ihrem Kosmos sind. Wenn Murphy und Co. auf diese Platte nicht stolz wären – man müsste an ihrem Verstand zweifeln.

Autor Sascha Schüler
Wohnort Magdeburg
Beruf Student
Dabei seit Juni 2010
Deine Aufgabe bei Stageload Reviews, Interviews
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