Funeral For A Friend – Chapter And Verse

Musikrichtung Post-Hardcore
Redaktion
Lesermeinung
6

Funeral For A Friend blicken mittlerweile auf 13 Jahre Bandgeschichte zurück. Die Walliser haben dabei viele Höhen und Tiefen durchlitten und meldeten sich 2013 mit „Conduit“ eindrucksvoll zurück. Sichtlich gereift veröffentlichte man das bis dato stärkste Album und möchte jetzt mit „Chapter And Verse“ an diesen Überraschungserfolg anknüpfen.

Glaubt man den Aussagen des Quartetts ist der neuste Output nicht nur so nah wie jemals zuvor am Hardcore, sondern auch der bisher persönlichste und authentischste der Band. Die ersten Singleauskoplungen unterstreichen diesen Aspekt bereits. Vor allem das grandiose „1%“. Wer aber jetzt denkt das Album ist durchgehend auf diesem hohen Niveau, der sei gewarnt, denn „Chapter And Verse“ scheitert am eigenen Anspruch.

Zu keiner Zeit kann der neuste Output die Eindringlichkeit des Vorgängers erreichen. Es fehlen einfach die mitreißenden Melodien, die über die komplette Albumlänge zu fesseln wissen, sowie die großartige Abwechslung des Vorgängers. So sind die elf Songs auf einem durchgehenden guten Niveau und auch definitiv nah am Hardcore, aber dafür stockt es gehörig bei den Innovationen. Post Hardcore und Hardcore verschwimmen in den Songs zu einer Einheit. Allerdings fehlt die Biestigkeit und die ungeschliffene, rohe Stimmung wie sie auf „Conduit“ noch präsent war. Der neue Sound wirkt einfach zu glatt und rund. Immerhin überrascht Frontman Matthew Davies-Kreye aber mal mit ein paar gesellschaftskritischen Texten.

FFAF gelingt mit „Chapter And Verse“ also sicher nicht der große Wurf, wohl aber eine erfreuliche Weiterentwicklung des eigenen Stils. Bekommt man jetzt noch die großen Melodien des Vorgängers und die neue hardcorelastigere Ausrichtung unter einen Hut dann könnte bald tatsächlich Großes folgen. Für den Moment bleibt ein gutes Post-Hardcore Album, dem es bloß ein wenig an Abwechslung und den ganz großen Momenten mangelt.

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