Gallows – Death Is Birth

Band Gallows
Label unsigned
Musikrichtung Hardcore, Punk
Redaktion
Lesermeinung
2

Die Welt ist scheiße. Eine derartige Weisheit kriegen wir von vielen Bands tagtäglich in die Ohren gebrüllt, bei der neuen Gallows EP ist es aber interessant. Interessant vor allen deswegen, weil Vocalist Frank Carter im Sommer verkündete, er hätte keine Zeit mehr für Gallows. Na was ein Glück, dass da gerade Wade McNeil verfügbar war, seines Zeichens Gitarrist bei den aufgelösten Alexisonfire.
Nach dem Über-Album „Grey Britain“ war da also ein weitgereister, erfolgsverwöhnter Kanadier in der britischen „Wir hassen UK“-Band. Sorgte natürlich für Schock und Neugier, sowie brauchbare Publicity. Alexisonfire-Liebhaber brauchten ja eh etwas zum Mitfiebern, der säuselnde Dallas Green ist schließlich nicht alles.

Monate des Wartens später müssen denn nun endlich nicht mehr miese YouTube Videos der Neugier standhalten: Die EP „Death Is Birth“ zeigt, was wir künftig von Gallows erwarten können – Schnelle Gitarrenriffs, Schlagzeuggetrommel, das einen wegbläst, tiefe markante Vocals. Kurzum: Hardcore. Schnell und effektiv, nicht sonderlich kreativ. 7,6 Minuten Hass, ganz nach dem Motto: you say ‘fuck the world’ I say ‘it’s already fucked’(Mondo Chaos).
Musikalisch macht es also nicht allzu viel her, lyrisch erst recht nicht: Viele Einzeiler zum Mitgröhlen, viele Wiederholungen und Verallgemeinerungen, wenig komplexe Sätze. Man hat zwischendurch tatsächlich das Gefühl, die Persönlichkeit sei ein bisschen abhanden gekommen. Klar, auf dem Vereinigten Königreich kann man nun nicht mehr herumhacken – was der amerikanische Nationalfeiertag in „True Colours“ zu suchen hat bleibt jedoch genauso unerklärt wie der Sinn des Covers oder der Hintergrund des Titels (glauben die wirklich an Wiedergeburt?). Tiefsinnig ist anders.

Der ersten „Hey, die gehen ja doch noch voll klar“-Euphorie folgt denn auch irgendwann die traurige Einsicht: Je öfter man „Death is Birth“ hört, desto nerviger wird die EP. Klar, sie ist ein hassendes Pamphlet und mit Sicherheit Garant für Stimmung bei Shows. Jedoch auch nichts Neues und furchtbar eintönig, wenn nicht gar langweilig. Ohne den Stempel -Gallows/Alexisonfire- wäre „Death is Birth“ wohl eine Platte von vielen.

Autor Ines Kirchner
Wohnort Berlin
Beruf Project Manager
Dabei seit Juli 2009
Deine Aufgabe bei Stageload Akkreditierungen, Organisatorisches, Reviews
Top-Alben u.a. Gallows - Grey Britain, Bon Iver - Bon Iver, The National - Trouble Will Find Me, Touché Amoré - Parting the sea...
Die besten Konzerterlebnisse u.a. Have Heart (2009, Köln), Gallows (2010, London), Basement (2012, London), Iron Chic, Ceremony, Trash Talk, Rise & Fall, Touché Amoré (divers)

Kommentare

  3 kommentare

  1. Fabian

    Gutes Review! Erspare mir dann auch das mehrmalige hören davon.

  2. die und das

    Gutes Review, find die Musik auch sehr eintönig, wenn auch nicht schlecht (zum mehrmaligen durchhören fehlte mir aber bis jetzt die Zeit). Aber der Hintergund für den Titel sollte doch wohl klar sein! Death is birth einfach deswegen, weil die Band von vielen, mit dem Austritt von Frank, als Tod erklärt wurde, und die ep mit Wade soll jetzt die wiedergeburt der Band sein. Da muss man garnicht an die Wiedergeburt im eigentlichen Sinne glauben für.

  3. Ines Kirchner

    Oh interessante These, hab ich gar nicht dran gedacht 🙂 Ist ja sehr pathetisch dann.

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