Get Well Soon – Love

Album Love
Label Caroline
Musikrichtung Indie
Redaktion
Lesermeinung
5

Konstantin Gropper ist ein Tausendsassa. Vier Instrumente, darunter Cello und Klavier, beherrscht er perfekt. Er studierte an der Mannheimer Popakademie und nebenbei auch gleich noch Philosophie in Heidelberg. Lange mussten Fans nun auf ein neues Album seines Musikprojekts Get Well Soon warten. Erstmal musste für Casper noch fix „Hinterland“ produziert werden. Da waren für’s eigene Portfolio eben nur ein paar EPs drin. Irgendwann hat Gropper aber dann doch ausreichend Zeit für Gropper gefunden – und für die Liebe.

Elf Tracks haben es auf „Love“ geschafft – mal langsam und melancholisch, mal schnell und fröhlich. Fast erweckt die Platte den Eindruck als ob Konstantin Gropper die verschiedenen Facetten der Liebe durch die Musik darstellen will. Es ist nämlich ein wahres Auf und Ab der Gefühle. Ruhig beginnt es mit dem Stück „It’s a tender maze“. Das Stück zeigt auch gleich ein Markenzeichen Get Well Soons, nämlich das schöne, oftmals lange instrumentale Ausklingen der Songs. Schnell geht es dann mit „It’s a catalogue“ weiter, das einen sehr eingängigen Rhythmus hat und fast schon zum Tanzen animiert. Dieses Wechselbad der Gefühle zieht sich dann durch das gesamte Album.

Das hat schon bei Tocotronics rotem Album funktioniert und funktioniert auch bei Gropper. Und der zeigt auf „Love“ sein ganzes Können. Es gibt sehr zurückgenommene Songs, aber auch wirklich aufwendige Produktionen mit Chor, Trompeten und Violinen. Ein Highlight des Albums ist sicherlich „It’s love“ – eine wunderschöne Ballade über das schönste und zeitgleich schlimmste Gefühl der Welt. „You got me climbing up the walls, kick me in the balls. You got me thinking I was funny, keep feeding me blood and honey.“ Auch der Abschlusstrack „It’s a fog“ ist sehr gelungen. Es gehört eins dieser pompös produzierten Stücke und verleiht dem Hörer eine angenehme Gänsehaut mit all seinen wunderbaren Facetten.

Dieses Konzept fruchtet. „Love“ lässt sich wunderbar an einem Stück durchhören und dabei nie langweilig. Dieser Konstantin Gropper versteht sein Handwerk einfach. Und wenn er in naher Zukunft wieder ein Casper-Album produzieren würde, wird sich wohl auch niemand beklagen.

Autor Denise Frommeyer
Wohnort Mainz
Beruf Redakteurin
Dabei seit November 2014
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