Ghost Iris – Blind World

Album Blind World
Band Ghost Iris
Musikrichtung Metalcore
Redaktion
Lesermeinung
5

In gerade einmal zwei Jahren haben es die Dänen Ghost Iris geschafft, sowohl ihr Debütalbum „Anecdotes Of Science & Soul“, als auch den Nachfolger „Blind World“ auf den Markt zu bringen. Ohne Experimente in Form einer EP anzustellen und auf diese Weise langsam den eigenen Stil zu erforschen, sind die vier Herren also gleich durchgestartet. Und obgleich das Quartett nicht aus blutigen Anfängern besteht, ist diese Zielstrebigkeit doch zumindest beachtenswert.

Letztere ist dann wohl auch gleich in die richtige Richtung gelaufen, denn „Blind World“ verwirft den Sound des Debüts keineswegs, obwohl viele Künstler diesen frühen Zeitpunkt nutzen, um den eigenen musikalischen Stil noch einmal kräftig nachzujustieren – den eigenen Sound findet man eben nicht über Nacht. Einen offensichtlichen Grund für eine grobe Korrektur hätte es für Ghost Iris aber freilich auch nicht gegeben, denn „Anecdotes Of Science & Soul“ stieß bei seiner Veröffentlichung 2015 durchaus auf Gegenliebe. Man lässt sogar verlauten, im letzten Jahr der meistgestreamte Metal-Act Dänemarks gewesen zu sein!

„Blind World“ rückt mit besser ausgearbeiteten Songs die Stärken von Ghost Iris ins Scheinwerferlicht. Gerade das markante Gitarrenspiel verleiht dem Album kräftig Rückenwind und trägt viel zum lebendigen und stellenweise eigenwilligen Sound bei. Ausgewogen harmonieren kompakte Härte, verspielte Riffs und kunstvolle Melodien miteinander. Dabei können Ghost Iris auf ein breites stimmliches Repertoire zurückgreifen: Weder Growls und Screams, noch Klargesang fehlen. Erfreulicherweise bedeutet technische Raffinesse im Falle von „Blind World“ nicht, dass der Hörer in wirren, kaum zu durchschauenden musikalischen Konstruktionen verloren geht. Ganz im Gegenteil offenbaren sich sogar echte Ohrwürmer, wie etwa „Save Yourself“ und „Pinnacle“. Hier machen Ghost Iris deutlich, dass sie kein Problem haben, den Spagat zwischen Detailreichtum und Eingängigkeit zu schaffen, ohne sich die Beine zu brechen.

Interessant ist dann noch, dass sich die Vorzüge einer physischen Version von „Blind World“ nicht nur auf die üblichen Aspekte erstrecken. Zu den standardmäßigen zehn Songs, gesellt sich auf CD noch ein weiteres, elftes Stück – wohlgemerkt ohne in der Tracklist aufzutauchen. Um einen Druckfehler handelt es sich natürlich nicht, vielmehr haben sich Ghost Iris ganz bewusst für den kleinen Spaß entschieden und den Song auf den Namen „Black Beach“ getauft. An welcher Stelle man das kleine Schätzchen findet, sei an dieser Stelle selbstverständlich nicht verraten!

Autor Joshua Claaßen
Wohnort Goch
Beruf Schüler
Dabei seit Oktober 2015
Deine Aufgabe bei Stageload Reviews
Top-Alben Ständig im Wandel, zu meinen Favoriten gehören aber auf jeden Fall: Stick To Your Guns - Diamond, Being As An Ocean - How We Both Wondrously Perish / Dear G-d, The Ghost Inside - Get What You Give, The Amity Affliction - Let The Ocean Take Me
Die besten Konzerterlebnisse Kann ich mich nicht festlegen, Stick To Your Guns und Being As An Ocean sind live aber immer ein absolutes Highlight!

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