Ghost of a Chance – And Miles to Go Before I Sleep

Ghost of a Chance - And Miles to Go Before I Sleep

Ghost of a Chance – And Miles to Go Before I Sleep

Irgendwie scheint es momentan ein Trend zu sein, dass sich Sänger von Bands der härteren Machart auf Solopfade begeben und dabei sanftere Töne anschlagen. Die besten Beispiele dafür sind City & Colour, alias Dalles Green oder Frank Turner. Ähnlich ist das auch bei Tobias Heiland. Der junge Herr aus Mainz war ebenfalls Frontmann bei einer, wenn auch relativ unbekannten Hardcore-Band und widmet sich nun vollkommen der akustischen Gitarrenmusik. Sein Album „And Miles To Go Before I Sleep“ erscheint diesen August auf Midsummer Records und sei dabei auch Fans von eben genannten Künstlern ans Herz gelegt.


Schon der Opener „Transatlantic“ weiß mit einfachen Gitarrenklingen, eingängigen Chorus und sanftem Gesang zu überzeugen, womit ein guter Start auf jeden Fall geglückt ist. Im anschließenden „Things Worth Asking“ kommen treibende, wenn auch einfach gehaltene Schlagzeugklänge dazu, welche die hier sogar noch schmeichelnder für die Ohren klingende Stimme von Tobias unterstützen, keineswegs aber die Oberhand gewinnen. Lyrisch geht es jedoch relativ altbacken zur Sache: Liebe, Einsamkeit und Verlust sind die vorwiegenden Themen, welche auf „And Miles To Go Before I Sleep“ behandelt werden. Obwohl man Texte über eben diese Themen schon so oft gehört hat, werden sie von Tobias schön verpackt und wissen also durchaus zu gefallen. „Swan Song“ macht sich das Prinzip der vorangegangenen Stücke zu nutze, legt aber noch eine ordentliche Portion Melancholie oben drauf.
Auf der zweiten Hälfte des Albums macht sich „Gravery“ die im Folk-Bereich sehr beliebte Mundharmonika zunutze und schafft so eine sehr dichte Atmosphäre, die den Hörer fast förmlich umschließt. So mausert sich dieser Song zum stillen Highlight auf „And Miles To Go Before I Sleep“. Das abschließende „Sleep With The Lights On“ bildet, versetzt mit kleinen Soundspielereien und leicht dosiertem Geschrei im Hintergrund, welches die Wurzeln von Herrn Heiland durchblitzen lässt, einen gelungenen Abschluss und sticht so aus den sonst teilweise sehr eingängigen Songs besonders hervor. Insgesamt lässt sich sagen, dass das Debüt von Ghost of A Chance eine, wenn teilweise auch recht abwechslungsarme, runde und auch gelungene Sache ist. Man bekommt hier zwar nichts Bahnbrechendes oder Neues geboten, aber das Zeug dazu es hier zu Lande zu ähnlichen Erfolg zu bringen wie es Chuck Ragan, Frank Turner oder eben Dalles Green geschafft haben, hat der Kerl alle mal. Besonders Titel wie „Things Worth Asking“ oder „Gravery“ sind genau die Songs, die man in bestimmten Momenten einfach hören muss und einem so ein Stückchen der manchmal schweren Bürde abnehmen. 42 emotionale und auch gelungene Minuten also, die man sich mal zu Gemüte führen sollte.

Autor Patrick Siegmann
Wohnort Göttingen
Beruf Doktorand
Dabei seit September 2009
Deine Aufgabe bei Stageload Koordination Reviews, News
Top-Alben Viel zu viele. "Songs To Scream At The Sun" von Have Heart ist aber definitiv eines von den Alben, die mich am meisten geprägt haben.
Die besten Konzerterlebnisse Auf jeden Fall vorne mit dabei: Have Heart, Shipwreck AD, Rise And Fall und AYS in der Roten Flora in Hamburg, Juli 2009

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