Giver – Mother Midnight

Band Giver
Musikrichtung Hardcore
Redaktion
Lesermeinung
6

Wo sich Realität und Illusion die Hände reichen, wo Selbstverachtung und Verzweiflung Tür an Tür wohnen, wo Hass und Liebe dieselben Gefühle hervorrufen – in diesen Zwiespalten nisten sich Giver mit “Mother Midnight“ ein und versuchen den idealen Weg hindurch zu finden. Doch ist die Suche nach diesem oftmals alles andere als leicht. Und die Steine, die den Weg säumen, oft zu groß um sie bewältigen zu können.

“Mother Midnight“ nimmt uns mit auf eine Lebensreise geschmückt von Höhen und Tiefen, geprägt von tausenden Fragen und mit dem einen Ziel – Antworten zu erhalten. Und wie es scheint kann man diese gar nicht schnell genug erhalten, denn mit „Tunnel Vision“ zünden Giver bereits zum Anfang direkt einen laut-melodischen D-Beat-Knaller. Es gibt keine Zeit zu verlieren auf der Reise. “Is it worth living a fairytale while others live in hell?“ – eine Frage, deren Beantwortung jedem selbst überlassen bleibt, sehr wohl aber zum Nachdenken anregt.
Schon am Beginn einer Reise kann man schnell das selbst gesetzte Ziel aus den Augen verlieren und völlig ratlos dastehen. Welcher Weg ist der richtige? Wo fängt man überhaupt an nach ihm zu suchen? Idealerweise nicht in der Vergangenheit. Denn gerade die Vergangenheit verhindert oft die positiven Denkweisen, die man sich vielleicht auf seinen Wegen vor Augen gehalten hat.

“…And you will lose your way again. Until you leave everything behind.“

Weiter geht „Mother Midnight“ mit „Lost My Way“, der nicht nur lyrisch sondern auch technisch mit großer Raffinesse daherkommt. Melodische Gitarren und schnelle Drums gehen mit spannungsgeladenen Shouts einher und schaffen eine abwechslungsreiche Darstellung zwischen D-Beats und moshigen Parts.
Der innere Schweinehund, wir kennen ihn alle, ist oft die größte Hürde, die überwunden werden muss, um irgendwie weiter aufrecht gehen zu können. Geformt von Angst und Verzweiflung – der Kampf gegen sich selbst. „Malediction“ ist das Herzstück des inneren Kampfes, in dem man die Schwermut förmlich mit den Händen greifen kann, umschlungen von melancholischen Melodien und Crew-Shouts.

Am Ende einer Reise sind die Eindrücke, die man gewonnen hat wohl das größte Geschenk. Auch wenn diese nicht immer durchgehend positiv sind. Letztendlich ist es das Wichtigste, sein Ziel erreicht und dabei neue Erfahrungen gesammelt zu haben. „Floating Life“ ist das Ende einer langen Reise mit sich selbst, in der man alles Revue passieren lässt: “And there she was this beauty shining so bright. I reached her hand and suddenly I felt alive.“ Das Ziel vor Augen – „Mother Midnight“.
“Mother Midnight“ besticht durch seine Experimentierfreude und groovige Art. Giver legen hörbar Wert auf Individualität und verleihen ihrem Schaffen genau damit ein ganz eigenes, vielschichtiges Gesicht, das von Melancholie bis hin zu Wutausbrüchen reicht. Mit technischem Feingefühl und jeder Menge Ehrgeiz haben Giver hier eine erstaunliche EP veröffentlicht, die einen hingebungsvoll mitreisen lässt!

Ps.: Wir haben die EP für euch exklusiv im Stream! www.stageload.org/berichte/spezial/giver-mother-midnight-exklusiver-stream

Autor Manuel Lohschmidt
Wohnort Hamburg
Beruf Social Media Manager
Dabei seit August 2013
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