Giver – Where The Cycle Breaks

Band Giver
Musikrichtung Melodic-Hardcore
Redaktion
Lesermeinung
7.5

Was lange währt, wird bekanntlich endlich gut. Zwei EPs und über vier Jahre ließen Giver ihre Anhänger warten, bis jetzt endlich ihr Debütalbum „Where The Cycle Breaks“ erscheint. Und das dann gleich bei einer der Talentschmieden wenn’s um härtere Töne geht schlechthin. Denn wo Holy Roar Records drauf steht, ist meistens auch ein Wow drin. Aber können die Jungs dem Erwartungsdruck standhalten?

Giver entführen mit ihrem Erstling in die Zeit, in der Have Heart und Verse ihre großen Erfolge feierten, als melodischer Hardcore der heiße Scheiß war und in der Platten eingespielt wurden, die heute noch Gänsehaut auf jeden Unterarm zaubern. „Where The Cycle Breaks“ springt gleich im Opener „Shock Of The Fall“ durch die geschlossene Scheibe, direkt ins Gesicht. Leichtes Aufwärmtraining kann man hier getrost vergessen.

Das ist kompromisslos und berstet beinahe vor aufgestauter Energie – aber keineswegs überhastet. Denn sie lassen ihren Songs Luft zur Entfaltung (11 Songs in 40 Minuten können sich für eine Hardcore-Platte wirklich sehen lassen). Das hier riecht nach Kampfansage und einer Keilerei bis zum letzten Atemzug.

Dabei verstehen es die Hardcore-Punks aus Paderborn und Köln aber vortrefflich immer genau zum richtigen Zeitpunkt Melodien einfließen zu lassen, um auch harmoniebedürftigen Ohren eine Wohlfühlumgebung zu bieten. Gar nicht so einfach, denn was hier an den Instrumenten und beim Gesang geleistet wird, klingt nach Schwerstarbeit – aber auch nach einer, die sich gelohnt hat. Es scheint, als hätte die Band jeden Funken Inspiration über die Jahre gesammelt und auf dieses Album gebannt. Dabei hängen sie sich aber nicht an alten Vorbildern auf, sondern präsentieren ihre Songs derart modern, dass sie sich ganz nebenbei einen Platz auf dem Treppchen erkämpfen, zu dem andere Bands in Zukunft aufschauen werden.

„Where The Cycle Breaks“ ist keine Blaupause für eine melodische Hardcore-Platte geworden – nein, es ist mehr. Diese Platte birgt so viele Überraschungen und großartige Momente, dass es eine wahre Freude ist – von der ersten bis zur letzten Minute. Fast schon vermessen, mit so einer Platte das Jahr zu beginnen, aber die Latte ist jetzt gesetzt. Und sie hängt verdammt hoch.

Autor Andreas Steiner
Wohnort Stuttgart
Beruf Redakteur
Dabei seit März 2011
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