Gone Is Gone – Gone Is Gone EP

Label Rise Records
Musikrichtung Rock, Rock
Redaktion
Lesermeinung
5

Wie bitte?! Noch eine sogenannte Supergroup? Haben wir davon nicht mittlerweile genug? Mit Gone Is Gone steht das nächste Mega-Projekt der Rockmusik in den Startlöchern. Fragt sich nur, ob die EP einen perfekten Start für die Band einläutet oder als Rohrkrepierer versackt.

Liest sich wie aus einem Rock-Bilderbuch: Mit Gone Is Gone bringen Troy Sanders (Bassist bei Mastodon), Troy Van Leeuwen (Gitarrist bei Queens Of The Stone Age) und Tony Hajjar (Schlagzeug bei At The Drive-In) als nächste Rock-Supergroup einen Granitfelsen aus Stoner und Psychedelic-Rock ins Rollen. Unaufhaltsam, gefährlich und tonnenschwer. Klingt wie ein feuchter Rocktraum, ist aber Realität. Aber damit noch nicht genug: Multi-Instrumentalist und Gründer der Musik-Produktionsfirma Mike Zarin komplettiert das Bandgefüge. Und das tritt gleich von Anfang an das Gaspedal durch. Könnte man die ersten Augenblicke des Openers „Violescent“ noch mit Kyuss in Verbindung bringen, wird ein paar Momente später schnell klar, dass Troy Sanders hier seine Finger im Spiel hat. Die Parallelen zu seiner Hauptband sind einfach nicht von der Hand zu weisen. Dennoch darf man Gone Is Gone nicht als Abklatsch sehen, denn schon beim Psychedelic-Rocker „Starlight“ emanzipiert sich die EP vom Mastodon-Metal und zeigt, wer sich hier noch alles versammelt hat.

Die Band kredenzt die Filetstücke der Hauptbands und schafft einen ganz eigenen Sound – und der ist ungestüm wie im Opener, verträumt wie in „This Chapter“ oder legt sich wie ein schwerer Schatten auf die Seele wie im überragenden „Stolen From Me“. Das hier ist kein Rip-Off sondern ein brachialer Rock-Trip. Schwere Riffs, drückende Rhythmen und flirrende Soli – akzentuiert untermalt von ein paar Synthies. Ganz großes Rock-Kino. Die Spielzeit ist mit 30 Minuten für eine EP absolut vertretbar, jedoch muss die Frage gestattet sein, was Filler wie „Character“ oder „Recede And Enter“ hier verloren haben. Ist das künstlerische Freiheit oder einfach nur listig erzwungene Spielzeit? Im Grunde genommen ist es egal, denn dem Hörvergnügen stehen die Stücke nicht im Weg.

Die EP von Gone Is Gone ist kein Nebenprojekt gelangweilter Stars sondern das ernstzunehmende Debüt eines Zusammenschlusses von Rock-Virtuosen. Der anfangs gestellten Frage, ob es mittlerweile nicht genug Rock-Supergroups gibt, kann man darum ein ganz klares Nein entgegnen. Gerne mehr davon – und dann bitte mit etwas mehr Spielzeit.

Autor Andreas Steiner
Wohnort Stuttgart
Beruf Redakteur
Dabei seit März 2011
Deine Aufgabe bei Stageload Reviews, Interviews
Top-Alben Joanna Newsom - Y's | Propagandhi - Today's Empires, Tomorow's Ashes | At The Drive-IN - Relationship of Command
Die besten Konzerterlebnisse Iggy Pop | ...And You Will Know Us By The Trail Of Dead | NOFX | Escapado | Propagandhi

Hinterlasse einen Kommentar