GWLT- Stein & Eisen

Band GWLT
Musikrichtung Crossover, Hip Hop, Hardcore
Redaktion
Lesermeinung
6

Alles hat ein Ende, nur GWLT hat keins – „Ohne Anfang, ohne Ende“. Das war seit jeher das Motto der Münchener Band. Auch auf das nun erschienene Debüt-Album trifft es zu. Weder ist es ein Neuanfang, noch schließt es die Welt der drei zuvor erschienen EPs ab. Vielmehr erweitert es den GWLT-Kosmos um weitere Facetten. Doch ist es nur ein Aufguss des Altbekannten mit neuen Themen oder wirklich etwas frisches Neues was die Band auf „Stein & Eisen“ zelebriert?

Die Wahrheit liegt irgendwie dazwischen. Alle Songs sind durch die Bank weg sehr gut und kraftvoll produziert. Teilweise ist das nochmal eine Steigerung zur Soundqualität der EPs. Frischer Wind kommt auch gleich nach dem Intro mit dem zackigen Hardcore-Brett „Ruhe & Frieden“ auf. David Mayongas kraftvolle und gutverständliche Shouts werden hier von Nico Webers Stimmgewalt exzellent unterstützt und fertig ist ein echter Diamant des Albums.

Auch die meisten weiteren Songs halten dieses hohe Niveau und der Frontmann zeigt die ganze Bandbreite seines Könnens. Denn neben Shouts findet man auf der Platte etwa bei „Von der Dunkelheit und Ihrer Anziehungskraft“ melancholischen Gesang und verzweifelte Schreie. In „Grundmauern der Furcht“ darf man dagegen zeitweise die schnellen Rap-Parts darf. Am meisten Sticht aber natürlich der reine Rap-Track „Bis dein Lebenslicht erlischt“ heraus. Hier kommt nun endgültig der Hip-Hop Background David Mayongas durch. Seine Stimme erinnert an manchen Stellen sogar an ältere Azad-Lieder. Der Beat ist modern und episch produziert und könnte so auch auf einem Album der deutschen Gangster-Rap-Elite sein.

Doch gleichzeitig liegt sich hier das Problem des Albums. Denn besagter Song würde die Grenzen des Albums sprengen – wenn es denn welche gäbe! Freilich wird sich sehr um einen roten Faden bemüht. Die Themen der Texte passen zusammen und auch ins GWLT-Universum. Doch scheint jeder Song mehr für sich zu stehen. Viele hätten auch bereits auf einer der EPs sein können. Schlecht macht das keinen, doch fehlt das verbindende musikalische Gerüst, um aus „Stein & Eisen“ wirklich ein (Konzept)-Album zu machen. Das Konzept der EP scheint beinahe noch zu sehr in den Gliedern der Band zu stecken. In den Texten wiederum wird das Thema der Gewalt, Wut (Stein) und Furcht (Eisen) auf vielen verschiedenen zwischenmenschlichen und gesellschaftlichen Ebenen behandelt. Hier findet man den roten Faden dann doch einmal.

GWLT haben mit „Stein & Eisen“ 13 starke und mitunter sehr catchige Songs auf Lager, deren Qualität erstmal erreicht werden muss. Allerdings scheitert die Band daran ein gutes und in sich geschlossenes (Konzept)-Album zu machen. So muss man sich erst einmal auf die teils sehr unterschiedlichen Songs und ihre Stimmungen einlassen. Das lohnt sich aber zweifellos – von Anfang bis Ende.

Autor Aaron-Corin Hane
Wohnort Lüneburg/ Wolfenbüttel
Beruf Student
Dabei seit März 2015
Deine Aufgabe bei Stageload Interviews, Reviews
Top-Alben Stick To Your Guns - die letzten 3 Alben, Black Sabbath - Paranoid, Wolf Down - Stray From The Path, Dream Theater - Train Of Thought, The Beatles - Sgt. Peppers Lonely Hearts Club Band, Parkway Drive - Atlas
Die besten Konzerterlebnisse Tour Of The Year 2014; Taste Of Anarchy Tour 2015; Summer Breeze 2014; Destruction Derby 2015

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