Holding Absence – s/t

Album Self-Titled
Musikrichtung Post-Hardcore
Redaktion
Lesermeinung
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Bisher haben Holding Absence lediglich eine Reihe von Singles und eine Split-EP mit Loathe veröffentlicht. Kein Wunder, dass ihr Debüt-Album heiß-erwartet wurde– schließlich weckt das bisher veröffentlichte Material nicht gerade wenig Hoffnung auf einen gelungenen ersten Longplayer der Briten. Dass sie sich mitten im Schreib- und Aufnahmeprozess plötzlich einen neuen Gitarristen suchen mussten, hat die Sache sicher nicht einfacher gemacht. Doch Holding Absence haben sich mit der Situation arrangiert und passenden Ersatz gefunden, so dass sich dieser Bruch womöglich sogar in einem Mehr an Kreativität niedergeschlagen hat.

Inhaltlich geht es um Dinge wie Verlust, gescheiterte Liebe und Hoffnungslosigkeit. Dinge, die, so stellt das getragene „Purge” fest, wohl alle gleichermaßen zum Leben gehören. „Purge“ ist dabei nicht zuletzt der Song, der, wie Sänger Lucas Woodland im Track by Track mit Rock Sound erklärt, die textliche Grundessenz des Albums wiederspiegelt und dessen Inhalt zusammenfasst:

I prayed until my hands were red, a couple times I prayed for death. I fell in love and back out again. I learned that I was everything. Rosary apologies. The light and dark inside of me. Some blossom into family, whilst others wilt in front of me. You watched me as I healed my burns. This is purge. A lesson learned.” („Purge”).

Zwischen den meist stürmischen Refrains finden sich oftmals sanfte, in sich ruhende Passagen mit zarten Gitarrenklängen und fast noch zarterem Gesang (etwa in „Your Love (Has Ruined My Life)“ oder “You Are Everything“). Generell entwickeln vor allem die verträumten, manchmal fast sphärischen Melodien, die die Luft nicht selten mit einer bedrückenden Schwere und Melancholie erfüllen, große atmosphärische Sogwirkung. Umso besser, dass diese melodiöse Komponente wunderbar mit dem selbstbewusstem und aufgeweckten Schlagzeug harmoniert, dass zwar nicht immer so aufdringlich und ungezügelt wie in „Perish“ daherkommt, aber nie zu bloßem Hintergrund verkommt.

Gerade auch von diesen Kontrasten lebt das Album: Feine, atmosphärische Melodien und intensives Drumming. In sich gekehrte Passagen und mitreißende Hooks, in denen Holding Absence ihre Emotionen geradezu herausschleudern. Das alles fügt sich zu einem wunderbar emotionalem Album zusammen, das auch für Fans der ersten Stunde nichts vermissen lassen sollte. Das Warten auf Holding Absence Debüt-Album hat sich daher zweifelsohne gelohnt.

 

Autor Joshua Claaßen
Wohnort Goch
Beruf Schüler
Dabei seit Oktober 2015
Deine Aufgabe bei Stageload Reviews
Top-Alben Ständig im Wandel, zu meinen Favoriten gehören aber auf jeden Fall: Stick To Your Guns - Diamond, Being As An Ocean - How We Both Wondrously Perish / Dear G-d, The Ghost Inside - Get What You Give, The Amity Affliction - Let The Ocean Take Me
Die besten Konzerterlebnisse Kann ich mich nicht festlegen, Stick To Your Guns und Being As An Ocean sind live aber immer ein absolutes Highlight!

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