Hollywood Undead – V

Album V
Label BMG
Musikrichtung Crossover, Hip Hop, Hardcore, Pop
Redaktion
Lesermeinung
2

Hollywood Undead waren noch nie etwas für jedermanns Geschmack. Wenn man sich aber zumindest ansatzweise mit Crossover anfreunden kann und „die frühen 2000er“ nicht gleich als Beleidigung sieht, wird man wenigstens ein paar Songs der Band früher oder später gut finden – und das nicht mal nur als Guilty Pleasure.

Auf ihrem mittlerweile fünften Album „V“ nimmt das Quintett alles auseinander, was sich auch nur ansatzweise mit dem Crossover-„Genre“ vereinbaren lässt. Ist die erste Single und Albumopener „California Dreaming“ corelastiger Hip-Hop mit Pop-Einlagen, was in der Kombination nicht selten an Linkin Park und dergleichen erinnert, widmen sie sich in Nachfolger „Whatever It Takes“ dem Midtempo Rap. Aggressiver Sprechgesang mit nicht weniger harten Beats oder wahlweise auch Riffs machen den Sound aus, eigentlich sogar das gesamte Album. Jeder einzelne Track hat eine nicht wegzudiskutierende schizophrene Note. Ist „Nobody’s Watching“ im Refrain purer Pop, auf den wohl auch so manche Pop-Punk-Band neidisch werden könnte, wechseln die Herren in den Strophen wieder zu wütendem Hip-Hop. Von Beginn an ein starker Gegensatz, der zum Ende sogar noch intensiviert wird: Wenn der Chor einsetzt und alles Poppige noch emotionaler und zerbrechlicher wirken lässt. Doch dann der plötzliche Szenewechsel. Kaum sind die letzten Töne ausgeklungen wechseln Hollywood Undead erneut ihre Meinung und lassen „Renegade“ mit dunklen Beats und markigem Sprechgesang emporsteigen. Bei diesen Genrewechseln wird einem freilich schnell schwindelig.

Dabei sollte es aber natürlich nicht bleiben. So gerne Hollywood Undead sich auch zu dem Dunklen, Düsteren und den musikalischen Abgründen bekennen, so sehr sind sie auch dem Pop verfallen. Akzentuierter Crossover („Pray (put em in the dirt)“, „Bang Bang“) klappt ebenso wunderbar wie eine scheinbare Hommage an die aktuellen Fall Out Boy („We Own The Night“). Und ob es nun eine ruhige, R’n’B-beeinflusste Ballade sein darf („Ghost Beach“) oder gar etwas, das in Zukunft wohl in nicht wenigen Clubs auf Rotation laufen wird („Riot“) – die Herren liefern ab.

Auf „V“ jagt ein Extrem das nächste; Langeweile Fehlanzeige. Nicht wenige werden das Album vollkommen übertrieben, glatt und over the top finden; zu sehr an das letzte Jahrzehnt anknüpfend. Andere werden von dem Genreroulette wiederum begeistert sein. In Vergessenheit wird es aber in jedem Fall nicht so schnell geraten.

Autor Leonie Wiethaup
Wohnort Nähe Münster
Beruf PR-Assistenz
Dabei seit Februar 2015
Deine Aufgabe bei Stageload Reviews, Interviews, News, Gewinnspiele
Top-Alben Apologies, I Have None - London; The Wonder Years - No Closer To Heaven; Cold Reading - Sojourner; Shoreline - You Used To Be A Safe Place; Twoonacouch - And I Left
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