Homewrecker – Hell Is Here Now

Musikrichtung Metal, Hardcore
Redaktion
Lesermeinung
0

Das Urban Dictionary versteht unter einem Homewrecker jemanden, der in dein Leben kommt und alles richtig schön zur Sau macht. Partner, Haustier, Freunde, nichts ist vor ihm sicher und er wird nicht aufhören, bevor er so ziemlich dein komplettes Leben an sich gerissen hat. Und was hat das jetzt mit der Band zu tun? Naja, das, was so ein Typ in ein paar Wochen bis Monaten anstellt, schaffen die Herren aus Ashtabula, Ohio, in gerade mal 35 Minuten.

Die Hölle steht uns nicht bevor, sie ist bereits da – und wir stecken mitten im Abwärtsstrudel. Das haben Homwrecker erkannt und versüßen uns die Abschiedszeremonie, indem sie die Location kurzerhand mit Benzin übergießen und alles bis auf die Grundmauern niederbrennen. Dabei wenden sie sich auf ihrem dritten Langspieler mehr und mehr dem Metal zu.

Freilich lässt die Band alte Trademarks wie markerschütternde Breakdowns oder einen Bass, der seinen Arbeit auch in einer Knochenmühle verrichten könnte, nicht außen vor. Wenn es schmerzt, ist es für „Hell Is Here Now“ gerade gut genug. Kein Wunder zog dieser Zirkus des Schreckens unlängst erst mit den Grobschlächtern von The Black Dahlia Murder durch die Lande.

Eintönigkeit gibt’s trotz all der Raserei und Tollwut aber nicht. Homewrecker bringen in so manchen Song mehr Abwechslung als viele alte Haudegen in ihre komplette Diskografie. Da wird dann mal getackert wie bei Slayer (Constant Eyes) oder mit messerscharfen Riffs á la Pantera (Fade To Oblivion) sauber das Fleisch vom Knochen getrennt. Außerdem scheinen die Jungs nach zehn Jahren mit der Band immer mehr Gefallen an Black Metal zu finden. Das äußert sich abwechselnd in brutalem Black-Metal-Gekeife und Blastbeat-Tiraden. Das fühlt sich dann zeitweise an, als wäre man an einem warmen Sommertag im Kornfeld eingeschlafen und würde vom gefräßigen Mähdrescher geweckt.

Ein blutrünstiges Fest, dass wie Benzin aus der Sprühflasche auf lodernde Fackeln wirkt. „Hell Is Here Now“ ist Musik für Misanthropen, Morgenmuffel und Menschen, die Spaß daran haben, mit Backsteinen um sich zu werfen. Für alle anderen gilt Kopf einziehen und warten bis der Sturm vorübergezogen ist.

Autor Andreas Steiner
Wohnort Stuttgart
Beruf Redakteur
Dabei seit März 2011
Deine Aufgabe bei Stageload Reviews, Interviews
Top-Alben Joanna Newsom - Y's | Propagandhi - Today's Empires, Tomorow's Ashes | At The Drive-IN - Relationship of Command
Die besten Konzerterlebnisse Iggy Pop | ...And You Will Know Us By The Trail Of Dead | NOFX | Escapado | Propagandhi

Hinterlasse einen Kommentar