Hundredth – Rare

Album Rare
Band Hundredth
Musikrichtung Post-Hardcore, Shoegaze
Redaktion
Lesermeinung
6

„Wieso schreiben wir so harte Musik, wenn wir nicht einmal selbst welche hören“, fragte sich Hundreth-Sänger Chadwick jüngst. Damit war die Marschrichtung klar. Wenngleich der Weg in neue Gefilde sich nicht immer einfach gestaltet. Suicide Silence waren hierfür zuletzt ein Paradebeispiel. Hass und Spott gab es für sie mehr als genug.

Doch Hundredth hatten nicht nur Mut, sondern auch anscheinend den Wettergott auf ihrer Seite. Passt das Album doch gut zum momentanen Mischmasch, der zwischen schwülen, regnerischen und teils kühlen Tagen wechselt. Denn so gleichförmig und ähnlich die Songs beim ersten Hören auch wirken mögen, entfaltet das Album mit der Zeit seine vielen subtilen Facetten. So holt die Platte den Hörer bei seinen diversen Gefühlslagen ab und bietet von Anfang bis Ende eine gewisses Grundmaß an Sehnsucht und Melancholie. In den einzelnen Songs wird eben mal diese oder jene Seite mehr betont und mit neuen Aspekten bestickt. So fallen die Songs mal eher kühler, drückend warm, angenehm nach vorne treibend oder leicht psychedelisch aus.
Denn wurde auf dem letzten Album noch moderner Hardcore mit melodischen Einschlägen gespielt, wird nun rotziger Post-Hardcore mit viel warmen Shoegaze serviert. Das heißt kein Geschreie, keine Breakdowns, nur noch teils zackige Gitarren und treibende Drums zeugen vom Hardcore-Erbe. Dafür umso ausladene Gitarren und viel verträumter Gesang.

Für die Grundstimmung ist vor allem die sehr gute Produktion verantwortlich. Die Instrumente können sich wunderbar entfalten und platzieren sich passgenau rundum die hallbeladene Stimme von Sänger Chadwick. Dessen Gesang wirkt freilich an manchen Stellen arg monoton.

Den neuen Weg zu beschreiten hat sich also gelohnt. Hundredth haben mit „Rare“ eine gutes Album geschaffen, welches sich trotz seiner vielen Neuerungen an den richtigen Stellen das Hardcore-Erbe beibehält. Klar ist dies kein perfektes Album. Aber auf jeden Fall eines, welches einen guten Soundtrack zur momentanen Zeit liefert und dem eine Chance gegeben werden sollte.

Autor Aaron-Corin Hane
Wohnort Lüneburg/ Wolfenbüttel
Beruf Student
Dabei seit März 2015
Deine Aufgabe bei Stageload Interviews, Reviews
Top-Alben Stick To Your Guns - die letzten 3 Alben, Black Sabbath - Paranoid, Wolf Down - Stray From The Path, Dream Theater - Train Of Thought, The Beatles - Sgt. Peppers Lonely Hearts Club Band, Parkway Drive - Atlas
Die besten Konzerterlebnisse Tour Of The Year 2014; Taste Of Anarchy Tour 2015; Summer Breeze 2014; Destruction Derby 2015

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