Impending Doom – The Sin And Doom Vol. II

Musikrichtung Deathcore
Redaktion
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Mehr als 10 Jahre ist Impending Dooms Debütalbum schon alt, dessen Cover eine Kirche inmitten eines verrotteten Leichenhaufens ziert. Eigentlich nichts Ungewöhnliches für eine Deathcore-Band, deren verworrenes Logo ohne Vorwissen nur schwer zu entschlüsseln ist. Nicht ganz so gewöhnlich war dann allerdings doch der Umstand, dass auf „Nailed. Dead. Risen“ Jesus Christus gepriesen wurde. Am Selbstverständnisse der Band hat sich seit dem Debütalbum nichts geändert und so steht auch auf dem mittlerweile sechsten Album „The Sin And Doom Vol. II“ der Glaube der Band offenkundig im Vordergrund: „I am a christian / A faithful man of god“ („The Serpents Tongue“) – und das ist nur ein Beispiel. Hier geht es ganz schön missionarisch zur Sache. Wer nicht gerade treuer Kirchgänger ist, wird mit den Lyrics daher kaum Freude haben.

Musikalisch hat „The Sin And Doom Vol. II“ aber ohnehin kaum etwas zu bieten und krankt an einer ganzen Reihe von Dingen. Es mangelt an Tempo und Spielwitz, so dass viele Songs müde dahinplätschern und weit davon entfernt sind, in irgendeiner Form mitzureißen. Müde und kraftlose Hooks wie in „War Music“ oder „Burn“ machen das Ganze nicht gerade besser. Dafür gibt es gleich eine ganze Ladung von Breakdowns auf die Ohren, die teilweise freilich zum reinen Selbstzweck verkommen, wie etwa in „Everything’s Fake“. Unheilvolle Gitarrenklänge, wie stellenweise in „Paved With Bones“ vorzufinden, sind rar gesät und müssen meist monotonen und einfallslosen Riffs weichen. Dadurch ist das Album meist wenig atmosphärisch und lässt jedwede voluminöse Soundkulisse vermissen. „The Sin And Doom Vol. II“ ist der vergebliche Versuch, auch nach einem halben Dutzend Alben, auf denen die Band nie etwas wirklich Neues probiert hat, auf Augenhöhe mit der Konkurrenz zu bleiben. Die ist Impending Doom aber meilenweit voraus.

Vergleicht man die Platte zum Beispiel mit dem aktuellen Lorna Shore Album „Flesh Coffin“, wird die Diskrepanz zwischen dem, was im Deathcore noch immer möglich ist und dem, was Impending Doom mit „The Sin And Doom Vol. II“ abliefern, besonders deutlich. Bei einem Debütalbum wäre das noch zu verschmerzen. Von einer Band, die ihr bereits sechstes Album veröffentlicht, kann man aber weitaus mehr erwarten, als ein solch maues und einfallsloses Werk.

Autor Joshua Claaßen
Wohnort Goch
Beruf Schüler
Dabei seit Oktober 2015
Deine Aufgabe bei Stageload Reviews
Top-Alben Ständig im Wandel, zu meinen Favoriten gehören aber auf jeden Fall: Stick To Your Guns - Diamond, Being As An Ocean - How We Both Wondrously Perish / Dear G-d, The Ghost Inside - Get What You Give, The Amity Affliction - Let The Ocean Take Me
Die besten Konzerterlebnisse Kann ich mich nicht festlegen, Stick To Your Guns und Being As An Ocean sind live aber immer ein absolutes Highlight!

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