Käptn Peng und die Tentakel von Delphi – Das nullte Kapitel

Label Kreismusik
Musikrichtung Alternative, Hip Hop
Redaktion
Lesermeinung
6

Eines vorweg: Wer konventionellen Hip Hop erwartet, der die Köpfe nicken und die Arme im Takt schwingen lässt, der ist bei Käptn Peng und die Tentakel von Delphi eher fehl am Platz. Denn die Musiker sind wirklich alles andere als konventionell gestrickt.

Auf „Das nullte Kapitel“ zeigt die Band um Robert Gwisdek einmal mehr, dass Hip Hop auch anders geht. Handgemachte Beats auf Schlagzeug, Gitarre und Kontrabass, dazu einige wenige elektronische Einflüsse, fertig ist die musikalische Grundlage. Musik, die teils so abgedreht und konstruiert klingt, dass der Hörer nicht umhin kommt, sich die Songs zweimal anzuhören, um überhaupt zu begreifen, was da gerade passiert ist. Ins Ohr gehen sie aber allemal.

Gleiches gilt für die Texte. Frontmann Gwisdek aka Käptn Peng verpackt seine Ansichten in unglaubliche Wortketten, Metaphern und Wortungetüme. Auch hier heißt es: zweimal und vor allem genau hinhören. Gwisdek spart nicht mit Kritik und regt den Hörer zum Nachdenken an, etwa beim Song „MC Homo Sapiens Sapiens“, in dem es um die Errungenschaften und das Verhalten des Menschens geht. „Ich bin hochbegabt, aber blind. Millionen Jahre alt, aber immer noch ein Kind. Ich bin die Krönung der Schöpfung und arbeite langsam an meiner eigenen Löschung.“ Das zieht sich durch die gesamte Platte. So auch bei „WobWobWob“, „Spiegelkabinett“ und „Tango im Treibsand“ – drei der Highlights des Albums.

Insgesamt ist „Das nullte Kapitel“ ein gelungenes Album, das der Hörer genau studieren sollte, um die verschiedenen musikalischen Nuancen und Textbausteine zu erkennen. Ein Gesamtkunstwerk für Musikliebhaber!

Autor Denise Frommeyer
Wohnort Mainz
Beruf Redakteurin
Dabei seit November 2014
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