Kaiser Franz Josef – Make Rock Great Again

Label Sony Music
Musikrichtung Rock
Redaktion
Lesermeinung
6

Mit ihrem neuen Album „Make Rock Great Again“ schickt sich die Österreicher Combo Kaiser Franz Josef an den Rock zu retten – wovor weiß wahrscheinlich nur die Band selbst. Dass sie sich mit ihrem Schlachtruf und ihrem starken Selbstvertrauen nicht überall Freunde machen, ist der Band mit Sicherheit bewusst. Was am Ende die Geschichte erzählt ist immerhin die Musik. Und was die kann, haben wir uns mal genauer angehört.

„I should probably understand not everyone can be my friend.“

Ikonen wie The Beatles oder The Rolling Stones haben ihn zur einflussreichen Musikrichtung gepusht, Querdenker wie Black Sabbath, Nirvana oder Soundgarden in neue Sphären geführt und Marilyn Manson hat ihn einst für tot erklärt: den Rock. Kaiser Franz Josef sehen ihn heute nur noch als verwässeretes und von Wiederholungen geprägstes Genre – und das wollen sie ändern. Darum nehmen sie sich nur die die Crème de la Crème des Rock als Vorbild (u. a. Black Sabbath, Queens Of The Stone Age, Hellacopters) und streben mit ihrem Sound die großen Bühnen und Stadien an, als sich zuerst in kleinen Clubs zu versuchen. 2009 hat sich die Band gegründet – mit dem Ziel die Rockwelt zu erobern. „Wir geben den älteren Fans, was sie von Rockmusik erwarten und der jungen Generation, was sie noch nicht kennt,“ erklärt Frontmann und Gitarrist Sham. Aber können sie auch Wort halten? Soundtechnisch klingt „Make Rock Great Again“ nach einem geschniegelten Bastard aus Soundgarden und Wolfmother mit dem Ego von Bands wie Kiss oder The Hives. Schön viel Pomp, Bombast und dicke Hose – und das geht zugegebenermaßen richtig gut ins Ohr.

Um diese rohe Energie einzufangen, hat sich die Band entschieden, so wenig wie möglich im Nachhinein an ihrer Musik schrauben zu lassen und kurzerhand live im Proberaum aufgenommen. Und das hört man in jeder Minute. Natürlich schrammelt und schrabbt hier nichts. Es klingt alles geschliffen und gut inszeniert – aber eben auch nicht langweilig oder beliebig. Kaiser Franz Josef toben sich in den Stilen ihrer Idole aus und drücken ihren eigenen Stempel auf. Rock mit viel Pathos und wenig Kante. Auf dem richtigen Weg ist die Band damit auf jeden Fall. Denn breitbeiniger war Rock seit Wolfmothers Debüt kaum mehr.

„Make Rock Great Again“ wird mit Sicherheit für viele gereckte Fäuste, fliegende Haarschöpfe und verschüttete Bierbecher sorgen. Grandioser Sound, technisch versiert und mit ganz großen Ambitionen starten Kaiser Franz Josef ins Rennen um die Krone im Rock. Eindrucksvoll ist das auf jeden Fall – bahnbrechend aber noch nicht. Da müssen wir uns vielleicht noch aufs nächste Album gedulden. Aber bis dahin macht jeder Hard-Rock-Fan einen Fehler, der nicht zumindestens einmal bei „Make Rock Great Again“ reinhört. For those about to rock – we salute you!

Autor Andreas Steiner
Wohnort Gotanda, Tokio(Japan)
Beruf Student
Dabei seit März 2011
Deine Aufgabe bei Stageload Reviews
Top-Alben Joanna Newsom - Y's | Propagandhi - Today's Empires, Tomorow's Ashes | At The Drive-IN - Relationship of Command
Die besten Konzerterlebnisse Iggy Pop | ...And You Will Know Us By The Trail Of Dead | NOFX | Escapado | Propagandhi

Hinterlasse einen Kommentar