Kids Insane – Cluster

Album Cluster
Musikrichtung Hardcore, Punk, Rock
Redaktion
Lesermeinung
6

Wie sieht eigentlich der Tour-Alltag einer israelischen Hardcore-Band aus? Eine Frage, die sich so wahrscheinlich nkaum wer stellt, die von Kids Insane aber trotzdem beantwortet wird – und zwar in ihrem Video zu „Varicose“. Und das zeigt uns jede Menge Schweiß, Aktion, Alkohol und den Konsum anderer Betäubungsmittel. Das mag für manche nach viel Spaß klingen. Aber schafft es die Band auch den Spaß auf Platte zu bannen?

Die Hi-Hats scheppern ohrenbetäubend, aus den Boxen dröhnen dicke Riffs und die Stimme des Frontmanns springt zwischen blankem Wahnsinn und nölendem Sprechgesang hin und her – wie ein unkontrollierbarer Flummi. Kids Insane sind in der Stadt und haben ein wenig Chaos mitgebracht. Weil ihnen Punk und Hardcore nicht genügen, reichern sie ihre Songs zusätzlich mit angepisstem Rock an, der sich nicht so recht zwischen bösen Offspring, rockigen Letlive. und jungen The Bronx entscheiden kann. Gar ein wenig vom Spirit der punkigen Gluecifer oder Turbonegro schwingt mit. Genau so spannend wie diese Mischung klingt, so rund und kurzweilig klingt auch „Cluster“.

In Zahlen bedeutet das zehn Songs in weniger als 30 Minuten. In einem Satz beschreibt das die Band mit „building one angry brick at a time“ und zählt zu ihren Einflüssen den Alltag in Israel, genauer den in Tel Aviv. Wie man sich das vorstellen kann, sollte jeder für sich selbst entscheiden, wenn er sich „Cluster“ in voller Lautstärke und genügend Interieur, um es gegen Wände und aus Fenstern zu werfen, zu Gemüte geführt hat. Einen ersten Eindruck vermittelt die Band über Songtitel wie „This Place Is Killing Us“ oder „Left Right Left“, die wenig Raum für Interpretationen zulassen. In ersteren Song schleicht sich sogar ein wenig Wehmut und Melancholie ein. Was den Rest der Platte aber keineswegs beeinträchtigt: „Cluster“ ist der perfekte Soundtrack für unkontrollierbare Circle Pits („Not Yet“), breitbeinige Headbangorgien („Not A Slave“) oder einfach um mal komplett frei zu drehen („Black Burnt“).

Kids Insane schaffen es mit Leichtigkeit ihren ungestümen und wilden Sound auch aus der Konserve frei und unbekümmert klingen zu lassen (was nicht zuletzt auch der knackigen Produktion geschuldet ist). Ein Album das Lust auf skaten, über die Stränge schlagen oder einfach auf ein abgedrehtes Konzert im nächsten JUZ macht. Nicht mehr – aber zum Glück auch nicht weniger.

Autor Andreas Steiner
Wohnort Stuttgart
Beruf Redakteur
Dabei seit März 2011
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