Killswitch Engage – Atonement

Album Atonement
Musikrichtung Metalcore
Redaktion
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Killswitch Engages Fangemeinde scheint sich erfreulicherweise nicht ganz so intensiv über die Frage zu zerfleischen, wer den nun der bessere Sänger ist – Howard Jones oder Jesse Leach – als es heute in anderen Anhängerschaften üblich ist. Bei vielen scheint sich vielmehr die Erkenntnis durchgesetzt zu haben, dass beide einfach großartig sind, und damit haben sie auch vollkommen recht.

Denn Killswitch Engage wäre kaum zu denken ohne die beiden Meilensteine „The End Of Heartache“ und „As Daylight Dies“, auf denen Howard Jones bei ikonischen Tracks wie „The Arms of Sorrow“ oder „My Curse“ den Gesang beigesteuert hat. Ohne „Alive or Just Breathing“, das der Band den Durchbruch beschert hat und Jesse Leaches markerschütternde Shouts und Screams, die noch heute unter die Haut gehen, würde gleichwohl auch etwas fehlen. Abgestürzt ist die Band nach Leaches Wiedereintritt 2012 ja auch keineswegs. „Disarm The Descent“ und „Incarnate“ boten eigentlich alles, wonach das Fanherz giert.

Umso schöner, Howard und Leach auf dem neuen Album gemeinsam zu hören, wenngleich sich die einträchtige Zusammenkunft auf einen Song beschränkt („The Signal Fire“). Eben jener Song räumt dabei auch glücklicherweise mit allen Zweifeln auf, die im Voraus womöglich entstanden sind. Die Wahl von „Unleashed“ als erste Single und Opener war wahrscheinlich eher eine mittelgute Idee – mit seinen stumpfen und einfallslosen Strophen ist er der wohl schwächste Song auf „Atonement“. Das darauffolgende „The Signal Fire“ fährt mit fetten Riffs, Blastbeats und feinem Gitarren-Solo zum Glück gleich größere Geschütze auf. Selbiges gilt für „The Crownless King“, das mit einer gehörigen Portion Thrash Alarm macht und für das die Band passenderweise Testaments Chuck Billy mit an Bord geholt hat.

Wer Angst hatte, dass das ruhige und Rock-orientierte „I Am Broken Too“ den Weg vorgibt, darf also beruhigt sein. „Bite the Hand That Feeds“ bringt zum Schluss sogar noch eine Prise Melodic-Death rein. Darüber hinaus braucht man sich freilich auf keine Überraschungen gefasst machen. Killswitch Engage machen das, was sie eben am besten können: Dicke Riffs, viel Groove und feine Melodien. Und da es immer weniger Bands gibt, die klassischen Metalcore a la Killswitch Engage oder Darkest Hour spielen, ist das eigentlich auch ziemlich gut so.

Die Beständigkeit, mit der Killswitch Engage Musik veröffentlichen ist nun mal wahrlich beeindruckend. Dass die Band nach all den Jahren noch immer den gleichen Musikstil bedient und fast zwei Jahrzehnte nach ihrem ersten Album nach wie vor zur absoluten Genrespitze gehört ist im Metalcore wahrscheinlich einzigartig.

Autor Joshua Claaßen
Wohnort Goch
Beruf Schüler
Dabei seit Oktober 2015
Deine Aufgabe bei Stageload Reviews
Top-Alben Ständig im Wandel, zu meinen Favoriten gehören aber auf jeden Fall: Stick To Your Guns - Diamond, Being As An Ocean - How We Both Wondrously Perish / Dear G-d, The Ghost Inside - Get What You Give, The Amity Affliction - Let The Ocean Take Me
Die besten Konzerterlebnisse Kann ich mich nicht festlegen, Stick To Your Guns und Being As An Ocean sind live aber immer ein absolutes Highlight!

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