Lingua Nada / Paan – Split

Album Split
Musikrichtung Punk, Punk, Hardcore
Redaktion
Lesermeinung
7

Eine Split zweier Bands ist dann interessant, wenn Stile kombiniert werden, die auf dem ersten Blick absolut nicht zusammen passen. So geschehen bei Lingua Nada und Paan. Acht Songs, ungleich auf die beiden Leipziger Bands aufgeteilt und noch ungleicher in ihrer Art.

Lingua Nada machen mit ihren fünf Tracks den Anfang und gleich ab der ersten Sekunde ist klar: Das hier ist keine leichte Kost. Das Quartett hat sich dem wirren und vor allem kratzigen Punk verschrieben – beziehungsweise einer völlig undefinierbaren Mischung aus Punk, Noise, Hardcore und irgendwas mit Indie. Da das Ganze auch noch völlig übersteuert, lässt sich der Sound kaum einem Genre zuordnen. Wurde bei „Nom Noms“ die Effektpalette scheinbar einmal komplett durchprobiert, kann auch bei „Franca“ nicht mit Sicherheit gesagt werden, ob da überhaupt noch Gitarren am Werk sind oder die Synthies ausgepackt wurden. Dass Lingua Nada zudem fröhlich hier das Tempo drosseln und da wieder aufdrehen und obendrein die Texte in drei Sprachen verfasst sind, macht den Brei aus verschiedensten Kratzgeräuschen und lautem Geschrammel noch undurchschaubarer – herrlichste Fuck Off-Attitüde!

Dagegen wirken Paan schon fast simpel gestrickt – banaler 08/15-Hardcore ist trotzdem etwas vollkommen Anderes. Paan haben sich verschiedenste Elemente des Punk und Hardcore geschnappt und zu einem ansehnlichen Gemisch verschmolzen. Auf drei Tracks vereinen die Herren emotionale Vocals mit mitreißender Musik und schicken Texten à la „Strike me down and i will soak, so is there beautiesness in grey. Give it a try. Don’t let senselessness pass by“ („Yamaha“). Mit den ruhigen gesprochenen Lyrics bei „Saurion“ wird außerdem mehr als das bloße genretypische Geschrei geboten. Weitere Spielereien mit Tempo und Lautstärke tun ihr Übriges, damit Paan neben Lingua Nada auf keinen Fall schlecht aussehen.

Diese Split sollten Fans von glatten Produktionen, klaren Melodien und engelsgleichen Stimmen besser meiden. Hier wird kein Wert auf musikalische Schönheit gelegt, sondern heillos übersteuerter Noise-Punk mit mehr oder weniger klarem Hardcore kombiniert. Zwei Bands, die scheinbar nicht unterschiedlicher sein könnten und doch unfassbar gut zusammenpassen.

Autor Leonie Wiethaup
Wohnort Nähe Münster
Beruf PR-Assistenz
Dabei seit Februar 2015
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Top-Alben Apologies, I Have None - London; The Wonder Years - No Closer To Heaven; Cold Reading - Sojourner; Shoreline - You Used To Be A Safe Place; Twoonacouch - And I Left
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